Die Central Apotheke liefert an die Haustür. Foto: Gottfried Stoppel

Eine Apotheke in Waiblingen hat einen Bringdienst eingerichtet. Der Service kommt bei vielen Älteren gut an.

Waiblingen - Apotheker Patrick Pfeifer in Waiblingen hat ein Maskenmobil ins Leben gerufen. So möchte er Risikogruppen den Weg in die Apotheke ersparen.

Mit den Worten „Guten Morgen, das Maskenmobil bringt ihre Masken“, begrüßt Apotheker Patrick Pfeifer von der Central Apotheke in Waiblingen am Freitagmorgen seine erste Kundin vor ihrer Wohnung in Fellbach und überreicht ihr eine Tüte mit FFP2-Masken. Die Fellbacherin Gisela Wassner ist über 75 Jahre alt und hat deshalb von ihrer Krankenkasse einen Berechtigungsschein für sechs FFP2-Masken im Januar bekommen. „Ich habe gestern bei Herrn Pfeifer angerufen und gefragt, ob noch Masken da sind. Da habe ich die Information bekommen, dass die Masken auch geliefert werden. Das finde ich ganz toll. Weil man als älterer Mensch ja nicht mehr so mobil ist“, erzählt Wassner. So wie ihr geht es vielen Älteren.

Auch eine kontaktlose Übergabe ist möglich

Patrick Pfeifer betreibt mit seiner Familie in Waiblingen und Fellbach mehrere Apotheken. Wer dort anruft und eine Maske bestellt, wird auf die Tourenliste gesetzt und bekommt die Bestellung dann direkt an die Haustür geliefert – unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes versteht sich. „Wer das nicht möchte, dem werfen wir die Masken selbstverständlich auch gerne in den Briefkasten oder schicken sie per Post“, sagt Pfeifer. Den Berechtigungsschein sowie die zwei Euro Eigenbeteiligung, könne man dann per Post schicken. „Wir finden für alles eine Lösung“, lautet das Motto des Waiblinger Apothekers. Bei der Tour an diesem Vormittag macht von der kontaktlosen Übergabe aber niemand Gebrauch. Vielmehr scheinen sich die Empfänger regelrecht darüber zu freuen, mit Pfeifer in Zeiten der sozialen Distanz noch ein paar Worte zu wechseln.

Dabei möchten natürlich auch einige von ihm wissen, wie er auf die Idee kam, ein Maskenmobil ins Leben zu rufen. „Ich habe schon seit Beginn der Pandemie immer Masken im Auto gehabt, so entstand scherzhaft der Name Maskenmobil“, erzählt Pfeifer. Aus einem Scherz wurde dann nach kurzer Überlegung das Maskenmobil. „Unser Anliegen ist es, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken und zu zeigen, dass wir im Gegensatz zu den Online-Apotheken einen besseren und schnelleren Service anbieten.“

Ein Kunde lässt sich die Masken an seinen Arbeitsplatz liefern

Der nächste Stopp der Tour ist im Fellbacher Industriegebiet. Hier hat Jörg Häußermann die Masken an seinen Arbeitsplatz bestellt. „Die Masken sind für meine Eltern, die nicht gut zu Fuß sind und beim ersten Rutsch im Dezember große Probleme hatten Masken zu bekommen. Ich wohne 45 Kilometer von meinem Arbeitsplatz weg und komme dann nach Feierabend nicht rechtzeitig in die Apotheke. Deshalb habe ich den Service genutzt und bin begeistert“, erzählt Häußermann, der wie viele andere auf der heutigen Tour bislang kein Kunde in Pfeifers Apotheke war.

Um den Service anbieten zu können, hat Pfeifer die Größe seines Fahrerteams erhöht. So kann er die Masken bei Bedarf sogar bis nach Stuttgart liefern. Für die Stuttgarter ist es aber nicht zwingend notwendig, die Masken im Rems-Murr-Kreis zu bestellen. Denn die meisten der Vor-Ort-Apotheken bieten auch in Stuttgart einen Botendienst für ihre Stammkunden beziehungsweise für Kunden aus der Umgebung an – und dieser schließt in der Regel auch die Lieferung von FFP2-Masken ein. Wer seine Maske also direkt nach Hause geliefert bekommen möchte, kann zum Beispiel auch bei der Apotheke im eigenen Stadtteil nachfragen.

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