Die Kunststudentin Kit (Brie Larson) will endlich das Einhorn, das der Manager des Unicorn Store (Samuel L. Jackson) ihr versprochen hat. Foto: Netflix

Die Schauspielerin Brie Larson war schon in vielen Rollen erfolgreich, in Superhelden-Ramba zamba und in ernsteren Filmen. Bei Netflix kann man nun ihre Regiedebüt „Unicorn Store“ bewundern.

Stuttgart - Es gibt diese lustigen Kaffeetassen mit Sprüchen wie „Egal, was dein Papa sagt, du bist keine Prinzessin“. Irgendjemand hätte der Kunststudentin Kit (Brie Larson) so ein Ding mal schenken sollen. Denn obwohl Kit längst den Teenagerhosen entwachsen ist, benimmt sie sich wie ein weltfremder Backfisch. In den Uni-Kursen malt sie Einhörner und Regenbögen, was nicht gerade ihrer Reputation als Künstlerin dient. Als sie durch eine Prüfung rauscht, muss Kit sogar die Schule verlassen und wieder bei ihrer Mom Gladys (Joan Cusack) und ihrem Dad Gene (Bradley Whitford) unterkriechen.

Immerhin findet sie eine Stelle als Bürohilfe in einer PR-Agentur und darf für ihren Boss Gary (Hamish Linklater) Ideen für eine Staubsaugerkampagne entwickeln. Eigentlich toll, wären da nicht diese Einladungskarten für einen mysteriösen Laden namens The Unicorn Store, die der gefährlich- freundliche, namenlose Einhorn-Verkäufer (Samuel L. Jackson) Kit zukommen lässt.

Tücken des Erwachsenwerdens

Die Amerikanerin Brie Larson, Jahrgang 1989, hat sich bisher vor allem als Schauspielerin hervorgetan. Für ihre Darstellung im Drama „Raum“ wurde sie 2016 sogar mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Dass Brie Larson aber auch hinter der Kamera steht, ist weniger bekannt. Gerade hat der Streamingdienst Netflix Larsons 2017 entstandenes Spielfilmdebüt „Unicorn Store“ ins Programm genommen; eine bittersüße Komödie über die Tücken des Erwachsenwerdens, wie sie viele heutige Twentysomethings plagen.

Kit ist eine junge Frau, die sich aufreibt zwischen alltäglichen Verpflichtungen einerseits und hochfliegenden Träumen andererseits. Die Panik, durch einen normalen Broterwerb zur grauen Maus zu mutieren, ist Larson als Kit ins Gesicht geschrieben.

Überzeugende Stimmungslagen

Mit der ambivalenten Figur trifft Larson einen Nerv der Zeit. Das Erwachsen-werden-Drama verhandelt zwar typische, trendunabhängige Probleme junger Erwachsener. Bemerkenswert ist aber, wie Larson in ihrer Doppelfunktion als Schauspielerin und Regisseurin absolut überzeugend mit verschiedenen Stimmungslagen spielt. Wenn Kit ihren Schwarm Virgil (Mamoudou Athie) bekniet, ihr beim Bau eines Hauses für ihr bald eintreffendes Einhorn zu helfen, wird die eigentlich überspannte Verzweiflung über den Verlust kindlicher Unbeschwertheit nachvollziehbar.

Gleichzeitig möchte man zusammen mit Virgil die penetrant eigensüchtige Träumerin bei den Schultern packen und schütteln: „Sei endlich netter zu deinen Eltern!“ Auch wenn Pastelltöne und Glitzerwolken die Szenerie bestimmen – Larson lässt keinen Zweifel daran, dass ihre Kit stets zwischen Himmel und Abgrund kippelt. Ein gelungenes Debüt, das auf mehr hoffen lässt.

Verfügbarkeit: Beim Streamingdienst Netflix abrufbar

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