Rund um das Brezel Race herrschte am Sonntag in der Innenstadt eine ausgelassene Stimmung. Auch die 3500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben auf den beiden unterschiedlich langen Runden von Stuttgart nach Böblingen und zurück Spaß.
Freudestrahlend streifen am Sonntag zahlreiche Männer und Frauen mit ihren Fahrrädern durch die Stuttgarter Innenstadt, nachdem sie über die Ziellinie beim Brezel Race gefahren sind. „Das war wirklich ein tolles Erlebnis, wann hat man sonst in Stuttgart die Möglichkeit, auf gesperrten Straßen zu fahren. Wenn so ein Rennen schon vor der Haustüre stattfindet, fahr ich auch mit. Einziger Nachteil heute war, dass es etwas kalt war“, sagt Merle, die in Stuttgart arbeitet und in der Woche rund 120 Kilometer Strecke auf ihrem schwarz-violetten Rennrad zurücklegt.
Die kleine Runde misst 60 Kilometer, die große 110 Kilometer
Extra trainiert für das Brezel Race, bei dem sich im Vorfeld rund 3500 Radfahrer und Radfahrerinnen angemeldet haben, hat sie nicht, erzählt Merle, nachdem sie das kurze Brezel Race mit einer Distanz von rund 60 Kilometern und 500 Höhenmetern von Stuttgart Richtung Böblingen und zurück hinter sich gebracht hat. „Die Stimmung war toll. Wenn man fährt, jubeln und klatschen die Menschen beim Vorbeifahren“, schwärmt sie bei einem Getränk nach dem Zieleinlauf am Rotebühlplatz.
Und auch Radfahrerin Lena aus Waiblingen lobt die Stimmung: „Das war toll. Das Fahren in der Gruppe ist wirklich ein Erlebnis, man zieht sich gegenseitig mit“, berichtet die Hobbysportlerin, die seit rund einem Jahr Rennrad fährt, nach ihrem ersten erfolgreich absolvierten Radrennen. Für sie und viele anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Jedermann-Rennens steht dabei ganz klar der Spaß im Vordergrund. Eine bestimmte Platzierung habe sie deshalb nicht angestrebt. „Ich wollte nur schauen, ob ich das kann“.
Aber nicht nur bei den Sportlerinnen und Sportlern ist die Stimmung ausgelassen und fröhlich. Als gegen kurz nach 12 Uhr am Rotebühlplatz die ersten Fahrerinnen und Fahrer des langen Rennens nach rund 110 Kilometern Strecke und 1050 Höhenmetern über die Ziellinie fahren, ist der Jubel groß. Donnernd klatschen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit den Händen gegen die Absperrung und nehmen die Erstplatzierten unter tosendem Applaus in Empfang.
Hobbysportler finden die Atmosphäre super
„Das ist wie bei einem Konzert, wenn die Sänger auf die Bühne kommen. Ich finde das spitze“, sagt Michaela aus Stuttgart die direkt beim Zieleinlauf steht. Und auch Marcel, der Hobby-Radsportlerin Merle zum Radrennen als Zuschauer begleitet hat, ist von der Stimmung angetan: „Ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein. Das ist ne tolle Stimmung“, so sein Fazit.
Obwohl für die meisten an und auf der Strecke – am Nachmittag Bühne für die Profi-Tour der Frauen – klar der Spaß und die Stimmung im Vordergrund stehen, haben sich einige Sportlerinnen und Sportler auch ein persönliches Ziel für den Tag gesetzt: „Ich wollte unter die ersten 100 kommen“, berichtet Immi, der zum dritten Mal beim Brezel-Race teilnimmt. „Ich möchte meine eignen Grenzen austesten“, erklärt er weiter seine Motivation, beim Rennen mitzufahren. Zwar kommt er in diesem Jahr nicht ganz unter den ersten hundert ins Ziel, glücklich ist der Hobbysportler, der rund viermal die Woche im Sattel seines Rads trainiert, am Ende des Tages aber dennoch: „Ich bin super zufrieden“, so sein Resümee.