Stimmen die Aufenthaltsqualität und der Mietermix im Breuningerland? Foto: URW/Schuchardts

Im Breuningerland in Sindelfingen ist zum Jahresbeginn die Leitung ausgetauscht worden. Dennis Reichpietsch will erst einmal den Standort kennenlernen. Die umstrittene Erweiterung des Einkaufszentrums wird derweil im Hintergrund geplant.

Sindelfingen - ECE hat nach rund 20 Jahren ausgedient, im Sindelfinger Breuningerland übernimmt der französische Konzern Unibail-Rodamco-Westfield (URW) die Leitung. Dennis Reichpietsch heißt seit 1. Januar der neue Center-Manager. Er blicke „mit Tatendrang auf seine neue Aufgabe“, teilt das Unternehmen mit. Er wird auch einiges zu tun haben: Breuninger hatte im August angekündigt, einen dreistelligen Millionenbetrag in seine beiden Einkaufszentren in Sindelfingen und Ludwigsburg investieren zu wollen. Mit den Bauarbeiten werde im kommenden Jahr begonnen, hieß es damals. „Die Planungen schreiten voran“, sagt Dennis Reichpietsch. Aber verraten kann er noch nichts. Er will erst einmal den Standort kennen lernen.

„Das Breuningerland Sindelfingen ist eines der bekanntesten und größten Center in Deutschland“, erklärt er. Er freue sich deshalb sehr auf „diese spannende Herausforderung“. Der 39-Jährige hatte erst im vergangenen August die Leitung des mit 113 000 Quadratmetern doppelt so großen Paunsdorf Centers in Leipzig übernommen, davor hatte er die Düsseldorfer Arcaden geführt. Sein Ziel in Sindelfingen sei es, „an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen und mit neuen Ideen und einer klaren Linie das komplette Potenzial dieses Standortes auszuschöpfen“. Das 52 000 Quadratmeter umfassende Einkaufszentrum gehöre deutschlandweit zu den erfolgreichsten Shoppingdestinationen.

Die Zusammenarbeit ist sehr eng

Zunächst will sich Dennis Reichpietsch die operativen Abläufe im Breuningerland anschauen – sobald er das Center, die Kunden, die Mieter und die Stadt kennengelernt hat. Die Aufenthaltsqualität und die Serviceleistungen nimmt er unter die Lupe. „Und natürlich ist der Austausch mit Breuninger sehr wichtig“, erklärt er, „wir arbeiten sehr eng zusammen.“ Im Rahmen des Mandats ist URW von dem Stuttgarter Handelsunternehmen auch damit beauftragt worden, sich um die Modernisierung und Erweiterung der beiden Einkaufszentren zu kümmern. Zu den Plänen im Detail wollen sich Breuninger und Dennis Reichpietsch erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

Seit November 2018 ist der Weg für den Ausbau der Shopping Mall frei. Mehr als sechs Jahre zog sich der Streit hin, ob das Breuningerland um 10 000 Quadratmeter zulegen darf. Unter anderen hatte sich die Stadt Böblingen dagegen gewehrt, weil sie den innerstädtischen Einzelhandel schützen wollte. Den ersten Bauantrag dafür hatte Breuninger bei der Stadt Sindelfingen im Jahr 2012 eingereicht. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unser Unternehmen, mit dem wir das Breuningerland Sindelfingen erfolgreich für die Zukunft aufstellen“, teilte damals der Breuninger-Geschäftsführer Holger Blecker mit. Die letzte große Renovierung des Einkaufszentrums liegt lange zurück: Zur Jahrtausendwende wurden 96 Millionen Euro in das Gebäude investiert und die Zahl der Geschäfte auf 110 mehr als verdoppelt.

Der Mietermix ist auf dem Prüfstand

„Es geht immer darum, die Attraktivität des Standorts zu erhöhen, ein perfektes Umfeld für unsere Mieter zu schaffen und unseren Kunden tolle Erlebnisse zu bieten“, beschreibt Dennis Reichpietsch seinen Arbeitsauftrag. Er schaue sich den Mietermix kontinuierlich an, um ihn bei Bedarf mit Marken zu optimieren, die zum Standort passten. Momentan befinden sich neben Breuninger 120 Läden in dem Einkaufszentrum. Es kann mit einem Apple Store punkten, neuerdings gibt es auch Autos der Marke Jeep dort zu kaufen. „Genauso wichtig ist es, parallel eine Marketing- und Eventstrategie zu entwickeln, die unsere Gäste zu weiteren Besuchen einlädt“, erklärt der Mall-Manager.

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