Die schmale Esslinger Straße hinter dem Breuninger-Parkhaus wird als Umleitungsstrecke umgebaut. Foto: Alexander Müller

Für den Bau eines Mobility Hubs anstelle des Breuninger-Parkhauses muss ein Seitenstreifen der B 14 zum Charlottenplatz gesperrt werden. Die Umleitung soll laut Stadt durch das Bohnenviertel führen – für täglich bis zu 4000 Fahrzeuge.

Die Arbeiten sind nicht mehr zu übersehen. Hinter und neben dem Breuninger-Parkhaus wird kräftig gegraben. Parkplätze und die Gehwege sind teils verschwunden. Fußgänger und Radfahrer müssen sich hinter den Bauabsperrungen mit schmalen Bereichen zufriedengeben. Auf dem Gelände im Stuttgarter Bohnenviertel entsteht neben dem geplanten Haus für Film und Medien ein neuer Mobility Hub. „Der eigentliche Abriss beginnt Anfang Mai“, sagt Breuninger-Pressesprecher Felix Haußmann. Laut Zeitplan soll dann ab Ende Mai die dafür notwendige Sperrung der B-14-Rampe zum Charlottenplatz erfolgen. Der Verkehr wird über die Esslinger Straße umgeleitet. Die Stadtplaner rechnen mit bis zu 4000 Fahrzeugen am Tag – voraussichtlich für die kommenden zwei Jahre.

 

Der sichtbare Abriss beginnt Anfang Mai

Bislang steht die Betonhülle des bekannten Parkhauses noch. „Die Abbrucharbeiten haben sich bislang auf das Innere beschränkt“, erklärt Haußmann. Das wird sich Anfang Mai ändern, „dann wird der Abriss deutlich sichtbar“. Bis dahin gibt es für die Bauarbeiter aber noch jede Menge zu tun. Schließlich muss die Esslinger Straße hinter dem Breuninger-Parkhaus für die geplante Umleitung vorbereitet werden. In Etappen wird diese gesperrt und umgestaltet, um die Zufahrt für die Anlieger weiter zu ermöglichen. In erster Linie werden die Gehwege auf eine Breite von bis zu 1,50 Meter zurückgebaut, die Flächen der Fahrbahn zugeschlagen, damit der Verkehr fließen kann.

Sperrung der B-14-Rampe zum Charlottenplatz

Bis Ende Mai müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird für den Bau des Mobility Hubs die Rampe der B 14 zum Charlottenplatz gesperrt. Als Umleitung dient dann die schmale Anliegerstraße. Die Stadt rechnet mit bis zu 4000 Fahrzeugen am Tag, die heute zum Charlottenplatz rollen. Bereits jetzt ist dabei zu erkennen, wie der Verkehr am Leonhardsplatz verläuft. Wenige Meter von der Kirche entfernt wurde eine Straße angelegt. So weit ist man in der Esslinger Straße noch nicht.

Dennoch ist bereits jetzt abzusehen, was auf die Menschen im Bohnenviertel zukommen könnte. Bereits im Vorfeld hatten die ortsansässigen Händler deutlich gemacht, dass sie um ihre Existenz fürchten. Allerdings lehnte die Stadtverwaltung die von den Grünen geforderte Alternativroute über den Wender am Gebhard-Müller-Platz, um zur Planie zu kommen, ab. Dieser sei dem Verkehrsaufkommen nicht gewachsen, zudem sei der Bereich mittelfristig durch eine S-21-Baustelle belegt. Immerhin soll in der Esslinger Straße das von den Stadträten geforderte Lastwagen-Verbot – mit Ausnahme von Lieferverkehr – gelten.

Kritik an Umleitung und Neubau

Kritik entlud sich im Vorfeld aber nicht nur an der Umleitung, sondern auch am eigentlichen Neubau selbst. So hatten direkte Anlieger moniert, dass der neue Mobility Hub auf eine Zufahrtshöhe von 2,10 Meter beschränkt ist. Zu niedrig für die Sprinter einiger ortsansässiger Firmen, die 2,30 Meter hoch sind. Kein Aushängeschild für ein von Breuninger als „Drehkreuz in der Innenstadt“ propagiertes Projekt. Auf 25 000 Quadratmetern sollen verschiedene Fortbewegungsmittel miteinander verknüpft werden. Der öffentliche Nahverkehr ist vorhanden, und der Neubau sieht neben rund 480 Pkw-Parkplätzen – viele davon mit Ladesäulen für E-Autos ausgestattet – auch 150 Fahrrad-Stellplätze, Raum für E-Scooter sowie Carsharing-Angebote und weitere Dienstleistungen rund um die Mobilität vor.