Beim Bürgerentscheid 2022 hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann stark für die Cellcentric-Pläne engagiert. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Mit dem Optionsvertrag setzt die Brennstoffzellenfirma ein Zeichen, meint der Redakteur Kai Holoch.

Es wäre zu früh, von einem Durchbruch zu sprechen. Zu unsicher ist die Entwicklungen der Automotive-Branche. Zu lückenhaft ist die aktuelle Wasserstoff-Infrastruktur. Zu teuer ist der für die Brennstoffzellentechnik unbedingt benötigte grüne Wasserstoff.

 

Ein Bekenntnis zur Region Stuttgart

Dass Cellcentric, ein Joint Venture von Daimler Truck und Volvo, trotz aller negativen Randbedingungen in dieser schwierigen Zeit einen Optionsvertrag mit der Stadt Weilheim geschlossen hat, der dem Unternehmen bis Ende 2029 eine 16 Hektar große Fläche im Gewerbegebiet Rosenloh sichert, ist aber zumindest ein Zeichen. Die Unterschriften zeigen, dass die Verantwortlichen bei Cellcentric weiterhin fest daran glauben, dass sie mit ihrer zukunftsweisenden Technologie den Schwerlastverkehr revolutionieren können – und dass sich dieses Projekt am besten in der Region Stuttgart verwirklichen lässt.

Dieses Bekenntnis zum Standort ist nach vielen Rückschlägen, die das Projekt in den vergangenen Jahren zu verkraften hatte, die gute Nachricht des Tages. Die schlechte ist, dass alle Bemühungen vergeblich sein könnten, wenn der umfangreiche Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Rosenloh der rechtlichen Prüfung nicht standhielte.

Straffung der Verfahren ist geboten

Dass nun zumindest in den kommenden Monaten das Damoklesschwert der Normenkontrollklage über dem Projekt schwebt, hängt auch mit dem zeitlichen Einspruchsrahmen zusammen, den der Gesetzgeber den Projektgegnern einräumt. Dass es selbst zwölf Monate nach dem Bebauungsplanbeschluss möglich ist, ein Projekt zu kippen, ist auch ein Zeichen. Allerdings kein gutes. Denn welches Unternehmen hat für die Verwirklichung seiner Pläne so viel Zeit? Die Politik muss über die Straffung der Verfahren nachdenken.