Ein Teleskoplader der Ludwigsburger Feuerwehr vor dem Gebäude von Porsche Engineering Foto: /Oliver Bürkle

Der Brand eines Akkus im Bietigheimer Porsche-Werk zeigt: der Standort muss sich besser gegen die Gefahren solcher Feuer rüsten.

Bietigheim - Der Brand der Elektrobatterie am Montag auf dem Bietigheimer Porsche-Gelände hat aus Sicht des dortigen Kommandanten Frank Wallesch eines gezeigt: Auch an seinem Standort braucht es einen sogenannten „Abrollbehälter Hochvolt“. Es kam zwar in Bietigheim ein entsprechender Container, in den ein Fahrzeug gezogen und gelöscht werden kann, zum Einsatz – der aber stammt aus Kornwestheim. Die dortigen Kameraden und Kameradinnen rückten aus dem Süden des Landkreises aus, um der Wehr in Bietigheim beizustehen.

 

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Als am Montag das erste Löschfahrzeug eintraf, brannte der Lithium-Ionen-Akku innerhalb einer Halle lichterloh, das Gebäude war stark verraucht. Immerhin stand der brennende Akku auf einem Montagewagen. Mit einem Haken habe er so ins Freie gezogen werden können, berichtet der Kommandant, im Außenbereich sei mit „der Brandbekämpfung begonnen“ worden. Allerdings zunächst ohne Erfolg: Die Batterie ließ sich nicht löschen. Wegen der massiven Rauchschwaden warnte man die Bevölkerung des nahen Wohngebietes sicherheitshalber. Die Bietigheimer forderten sodann den Abrollbehälter aus Kornwestheim an, außerdem einen Teleskoplader aus Ludwigsburg.

Porsche hat Abrollbehälter finanziert

Das Wechsellader-Konzept des Landkreises sieht „Abrollbehälter Hochvolt“ an mehreren Standorten vor. Die Kornwestheimer Feuerwehr hatte ihren vor gut einem Jahr erhalten. Zusammen mit dem Brand in Bietigheim-Bissingen sei er bisher vier Mal zum Einsatz gekommen, berichtet Kommandant Matthias Häußler. Der Behälter ist am Verladebahnhof in Kornwestheim stationiert. Das Unternehmen Porsche, dessen nahes Werk sich in Zuffenhausen befindet, hat ihn finanziert. Ein zweiter sei bestellt, so Häußler.

Ein von Porsche bezahlter Behälter war auch für Bietigheim-Bissingen vorgesehen. Am Montag sei die Notwendigkeit für eine solche Anschaffung nochmals deutlich geworden, so Wallesch. Wie das Landratsamt Ludwigsburg nun auf Nachfrage mitteilte, befinde sich der Abrollbehälter für den Standort Bietigheim-Bissingen in der Beschaffung.

Noch immer laufen im Akku chemische Reaktionen ab

Übrigens: Nähere Erkenntnisse zur Brandursache gibt es laut einem Porsche-Sprecher derzeit noch nicht. Bis die chemischen Reaktionen darin zum Stillstand gekommen sind, kann es dauern. Laut Kommandant Häußler sind dafür bis zu 14 Tage Kühlung im Container vorgesehen.