3200 Haushalte und Betriebe in Welzheim bekommen Glasfaser – die Telekom startet mit dem Ausbau. Ein Hoffnungsschimmer für die ländlichen weißen Flecken im Rems-Murr-Kreis.
Zwischen Baggern, Warnschildern und pinken Kabeln wurde es offiziell: Der Glasfaserausbau in Welzheim (Rems-Murr-Kreis) hat begonnen. Mit dem symbolischen Spatenstich fiel unlängst der Startschuss für ein Projekt, das lange auf sich warten ließ. Die Telekom will 3200 Haushalte und Gewerbe in der Stadt ans schnelle Netz anschließen – im sogenannten Eigenausbau, also ohne öffentliche Fördergelder.
Wie die Telekom mitteilt, werden dafür rund 110 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 43 neue Verteiler aufgestellt. Die ersten Kundinnen und Kunden sollen Anfang 2026 online gehen können. „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt die Telekom-Regionalmanagerin Sabine Wittlinger. Die Abstimmungen zur Nutzung vorhandener Leerrohre hätten mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet.
Welzheim: 3200 Haushalte bekommen Glasfaser von der Telekom
Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr zeigt sich erleichtert. „Ein wirklich großer Schritt in Richtung zukunftsfähige digitale Infrastruktur hier vor Ort“, wird er in einer Mitteilung zitiert. Zwar werde zunächst nur gut die Hälfte der Kernstadt versorgt, doch der Anfang sei gemacht. In einigen Straßen könnten bereits vorhandene Leerrohre genutzt werden – das spare Zeit, Geld und Tiefbau.
Gerd Holzwarth, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandausbau im Rems-Murr-Kreis, hebt die Bedeutung des Ausbaus hervor: „Digitale Teilhabe ist heute wichtiger denn je.“ Er verweist auf die steigende Zahl internetfähiger Geräte im Haushalt, vom Fernseher bis zum Saugroboter. „Dafür braucht es stabile, schnelle Leitungen – und die liefert nur Glasfaser.“
Weissach im Tal: Netze BW bringt Glasfaser in unterversorgte Zonen
Während Welzheim den Ausbau nun startet, ist Weissach im Tal einen kleinen Schritt weiter. Dort fiel der symbolische Spatenstich bereits Mitte September. Realisiert wird das Projekt dort von der Netze BW, einer Tochter des Energieversorgers EnBW, gemeinsam mit NetCom BW, die den Netzbetrieb übernimmt. 168 Haushalte sollen dort zunächst angeschlossen werden – ebenfalls auf eigene Rechnung, ohne Fördermittel.
Mit einem 17 Kilometer langen Trassenbau von Rottmansberg nach Mittelbrüden wird nun das Rückgrat für den Datentransport geschaffen.
Rems-Murr-Kreis: Schneller als andere, aber nicht schnell genug
Im Landesvergleich liegt der Rems-Murr-Kreis auf einem starken vierten Platz. Laut dem Landratsamt stieg der Anteil gigabitfähiger Anschlüsse allein von 2023 auf 2024 um fast zehn Prozentpunkte auf 41,6 Prozent. Damit können mehr als 91.000 Haushalte und Unternehmen im Kreisgebiet einen Glasfasertarif buchen.
Doch die schöne Statistik hat Schatten: In ländlichen Gemeinden wie Urbach, Auenwald oder Weissach im Tal lagen die Versorgungsquoten bis zuletzt teils unter zehn Prozent. Auch Welzheim war lange ein solcher weißer Fleck. Die jüngsten Projekte in beiden Kommunen zeigen jedoch, dass Bewegung in die Sache kommt.
Was Eigentümer und Mieter jetzt wissen sollten
Wichtig ist: Der Glasfaseranschluss kommt nicht automatisch ins Haus. Eigentümerinnen und Eigentümer müssen zustimmen und einen Tarif buchen, damit der Anschluss kostenfrei gelegt wird. Wer zur Miete wohnt, kann sich ebenfalls registrieren – die Anbieter übernehmen die Abstimmung mit dem Vermietenden.
Die Telekom informiert unter www.telekom.de/glasfaser, Netze BW bietet Informationen über ihre Tochtergesellschaft NetCom BW an.