Beim Breitbandausbau, hier bereits vor einigen Monaten im Stadtteil Oeffingen, steht Fellbach hervorragend da. Foto: Dirk Herrmann

Durch die Ausstattung des westlichsten Stadtteils liegt die Versorgungsquote in Fellbach demnächst bei nahezu 100 Prozent.

Warum sich mit 97 Prozent begnügen, wenn man auch die 100 Prozent anpeilen kann: Getreu dieser Devise treibt die Stadt Fellbach (Rems-Murr-Kreis) den bereits jetzt bundesweit herausragenden Wert beim Breitbandausbau weiter voran. Nächstes Ziel ist die Vollendung der Glasfaserversorgung auch im westlichen, an Stuttgart-Bad Cannstatt grenzenden Stadtteil Lindle. Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und die Wirtschaftsförderin Anette Popp berichteten über den Stand der Dinge jetzt im Verwaltungsausschuss.

 

Während umliegende Kommunen erst in jüngster Vergangenheit den Rückzug aus der weiteren Glasfaserverlegung verkündet haben, setzt Fellbach seinen erfolgreichen Weg fort und gehört damit zu den absoluten Spitzenreitern unter den größeren Städten in Baden-Württemberg. Seit 2019 arbeitet die Stadtverwaltung daran, die Infrastruktur für den Datenverkehr unterm Kappelberg zukunftsträchtig zu gestalten. Partner für den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes ist die Deutsche Telekom als Vertragspartner der Gigabit Region Stuttgart.

2019 ging’s mit den Gewerbegebieten los

Seitdem ist Popp zufolge der Ausbau in Fellbach kontinuierlich fortgeschritten: 2019 ging's in die Gewerbegebiete, 2020 folgte das Stadtgebiet Fellbach, 2021 dann Schmiden, 2022 und 2023 Schmiden-Nord und Oeffingen-Süd. Popp: „Dank der guten Zusammenarbeit und enger Abstimmung mit dem Tiefbauamt, dem Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr, der Gigabit Region Stuttgart und der Telekom konnte nach nur kurzer Verzögerung der Ausbau in Oeffingen im Mai 2025 wie geplant beendet werden.“

Ende des Jahres 2025 war die Stadt Fellbach zu 97 Prozent mit Glasfaser erschlossen, sodass rund 20.900 Haushalte sowie Gewerbetreibende die Möglichkeit für schnelles Internet haben und dies bundesweit Beachtung findet.

Die Planungen für den Ausbau im Lindle wurden im Jahr 2025 fortgesetzt und dauern noch an. Das entsprechende Projekt erinnert irgendwie an den Routinebesuch beim Zahnarzt: „Lückenschlussprogramm“ nennt die Fellbacher Stadtverwaltung das Prozedere. Gebohrt wird hierbei auch, allerdings im Untergrund, um Platz für neue Rohre und Glasfaserleitungen zu schaffen.

Der Antrag für den förderfähigen Ausbaubereich im Lindle wurde von Bund und Land mittlerweile mit einer Förderquote von 90 Prozent bewilligt. Das bedeutet, dass die Stadt rund zehn Prozent der Gesamtsumme in Höhe von gut 247.000 Euro, also etwa 25.000 Euro, selbst tragen muss, so die Auskunft von Christoph Pfefferle, der beim Amt für Wirtschaftsförderung das Thema federführend betreut. Die Planung sieht vor, dass noch im zweiten Quartal 2026 mit den Bauarbeiten begonnen wird.

Für das Lindle wurde ein kooperativer Ausbauansatz gewählt. Dabei haben die Stadtwerke Fellbach in einer Vorleistung in der Sonnenbühlstraße bereits Speedpipes, also Leerrohre für Glasfaserkabel, verlegt. In den Straßen Grasiger Rain und Frühlingshalde werden derzeit ebenfalls Speedpipes als Vorleistung beim Ausbau des Stromnetzes mitverlegt. Weitere Straßenzüge mit insgesamt 128 Gebäuden, für die Fördermittel des Bundes und des Landes abgerufen werden können, sollen nun an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

128 Gebäude werden an das Glasfasernetz angeschlossen

Mit der Telekom Deutschland GmbH wurde vereinbart, dass diese bei Zuschlagserteilung neben den geförderten 128 Gebäuden in einem weiteren Schritt auch alle Gebäude mit Glasfaserleitungen erschließt, die durch die Vorleistungen der Stadtwerke mit Leerrohren versehen wurden. Die dann noch fehlenden Gebäude im Lindle sollen in einem weiteren kooperativen Ansatz im Jahr 2026 erschlossen werden, der derzeit noch in Abstimmung zwischen Telekom, Stadt Fellbach und den Stadtwerken ist.

Für den sogenannten Fellbacher Außenbereich, in dem kritische Infrastrukturen, Gewerbetreibende und Vereine verortet sind, hat der Gemeinderat bereits im Dezember 2025 den Zuschlag an die Telekom für den Bau und Betrieb des Breitbandnetzes im Rahmen der Förderprogramme der Bundesrepublik Deutschland sowie des Innenministeriums Baden-Württemberg genehmigt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf knapp 3,7 Millionen Euro, wovon 90 Prozent gefördert werden. Die Ausbaumaßnahme ist für den Zeitraum von 2027 bis 2030 vorgesehen.