Kaum ein Rücktritt hat Deutschland so bewegt wie der von Willy Brandt: Der viel geliebte und scharf angefeindete Bundeskanzler stolpert 1974 über einen Genossen aus dem Osten. Brandts enger Mitarbeiter Günter Guillaume entpuppt sich als DDR-Spion. Brandt sieht sich zum Rücktritt gezwungen - er fürchtet, pikante Details aus seinem ausschweifenden Liebesleben könnten gegen ihn verwendet werden. Enge Mitarbeiter flehen ihn an zu bleiben, doch am 6. Mai 1974 sendet Brandt sein Rücktrittsgesuch an den Bundespräsidenten. Foto: AP

Willy Brandt, Horst Köhler oder Margot Käßmann: Es gibt Rücktritte, die im Gedächtnis bleiben.

Stuttgart - Es gibt Rücktritte im öffentlichen Leben, die im Gedächtnis bleiben: Entweder weil sie so emotional, so überfällig oder so unnötig waren. Der von so vielen geliebte Willy Brandt, der über die Guillaume-Affäre stolperte. Margot Käßmann, die mit ihrem schnellen und würdevollen Abtritt nach ihrer Alkoholfahrt Maßstäbe setzte. Bundespräsident Horst Köhler, der sich von der Medienkritik nach seinen Afghanistan-Äußerungen in seinem Amt beschädigt sah.

Auch der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird in Erinnerung bleiben. Spät, vielleicht zu spät zog er die Konsequenzen aus der peinlichen Plagiatsaffäre. Es könnte das endgültige Aus einer brillianten Politikerkarriere sein.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Rücktritte, die niemanden kalt ließen.

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