Flammen schlagen am 16. März aus der Unterkunft Wasenmühle in Urbach. Foto: SDMG

Ein 22-jähriger Asylbewerber ist wegen Brandstiftung und versuchten Mordes vor dem Landgericht Stuttgart angeklagt. Der junge Mann hat wenige Tage nach dem Feuer in Urbach gestanden, den Brand aus Frustration über sein Leben gelegt zu haben.

Urbach - Aus Frustration über seine Lebenslage, zudem unter dem Einfluss von Cannabis und Alkohol, soll ein 22 Jahre alter Asylbewerber am 16. März seine Unterkunft in Urbach angezündet haben. Der junge Mann hat wenige Tage nach der Tat gestanden, das Feuer gelegt zu haben. Brandspezialisten der Polizei gehen davon aus, dass er seine Matratze angezündet hat. Der Afghane muss sich von Freitag an wegen schwerer Brandstiftung, aber auch wegen versuchten Mordes vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten, da sich zum Zeitpunkt des Vorfalls 24 Personen in der Unterkunft befunden hatten. Von diesen erlitt eine eine leichte Rauchvergiftung, zwei weitere leichte Schnittverletzungen.

Die Bewohner konnten sich rechtzeitig retten

Ein Rauchmelder hatte die Bewohner des aus Einzelcontainern errichteten Gebäudes gegen 22 Uhr aufgeschreckt. Alle konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Die Feuerwehren aus Urbach, Plüderhausen, Schorndorf und Fellbach rückten an löschten den Brand. Gegen 22.45 Uhr hieß es: Feuer aus. Die Unterkunft Wasenmühle war nach dem Feuer nicht mehr bewohnbar. Die insgesamt 40 Bewohner wurden deshalb vom Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in einer Notunterkunft in Winterbach untergebracht. Der Sachschaden betrug rund 150 000 Euro.

Die Polizei schloss schnell einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus, da der Bewohner noch in der Nacht der Tat überführt und festgenommen wurde. Am selben Wochenende war es auch zu einem Brand in einer Asylunterkunft in Kornwestheim an der Heinkelstraße (Kreis Ludwigsburg) gekommen. Dort brannte es am Samstag, 17. März, gegen 18.50 Uhr. Ein defekter Heizlüfter, den zwei Bewohner leichtsinnig benutzt hatten, war die Ursache für das Feuer. Von vorsätzlicher Brandstiftung sah die Staatsanwaltschaft deshalb ab. Allerdings kommt auf die beiden jungen Männer aus Gambia ein Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung zu.

Brände in mehreren Asylunterkünften

Im Rems-Murr-Kreis war der Vorfall in Urbach nicht die letzte Brandstiftung in einer Asylbewerberunterkunft. Bereits am 8. April brannte es wieder, dieses Mal in Waiblingen. Am frühen Morgen wurde ein Feuer in der Küche der Unterkunft Innerer Weidach entdeckt. Vermutlich war es von einem Kleidungsstück ausgegangen, das jemand zuvor angezündet hatte. Unter Verdacht geriet ein 25 Jahre alter Bewohner aus Somalia, der von der Polizei festgenommen wurde. Ein Motiv für die Tat ist bisher nicht bekannt. Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschätzt, verletzt wurde niemand.

Im März vergangenen Jahres hatte ein 25-jähriger Gambier in einer Flüchtlingsunterkunft in Schorndorf gefährlich gezündelt. Das Stuttgarter Landgericht veranlasste im Oktober 2017 die Unterbringung des jungen Mannes in einer psychiatrischen Klinik, da er an paranoider Schizophrenie leidet und zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig war. Da sich gegen 2.30 Uhr rund 130 schlafende Menschen in der Unterkunft befanden, lautete auch hier die Anklage auf schwere Brandstiftung und versuchten Mord. Ein Zimmernachbar wurde glücklicherweise von dem Rauch geweckt, nachdem der 25-Jährige ein Handtuch in Brand gesteckt hatte.

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