Das neue Feuerwehrhaus soll an der Ecke Jahnstraße und Gräbleswiesenweg gebaut werden. Foto: Philipp Braitinger

Das neue Feuerwehrhaus im Ortsteil Stetten in Leinfelden-Echterdingen bekommt Durchfahrtsgaragen. Das hat einige Vorteile.

Stetten - Lange ist um den besten Standort gerungen worden. Inzwischen steht fest, dass die Feuerwehr Stetten samt DRK an der Ecke Jahnstraße/Gräbleswiesenweg, neben der Lindachschule, eine neue Heimat finden wird. Von einigen Anwohnern wird jedoch auch dieser Standort kritisch gesehen. Wie willkommen die Rettungskräfte in ihrer neuen Nachbarschaft sein werden, könnte auch vom Lärm abhängen, den sie verursachen.

Um den Lärm möglichst gering zu halten, soll die Feuerwehr nun Durchfahrtsgaragen bekommen, was am Dienstagabend im Gemeinderat von Stadträten unterschiedlicher Couleur als eine gelungene Planung gelobt wurde. Der Außenbereich der geplanten Gaststätte könnte ferner mit einer Lärmschutzwand ausgestattet werden.

Das Thema Lärm hat die Planer intensiv beschäftigt

Bereits im jüngsten Technischen Ausschuss hatte die Mehrheit der Stadträte dafür votiert, die Pläne so weiter voranzutreiben. An diesem Dienstag gab nun der gesamte Gemeinderat grünes Licht. Allein zwei Stadträtinnen (L.E. Bürger/DiB) stimmten dagegen. Sabine Onayli übte erneut Kritik an der Anzahl der Garagen, die in dem Neubau für das DRK vorgesehen sind.

Gundula Streich, Mitarbeiterin des Amtes für Stadtentwicklung, hatte im TA davon berichtet, dass das Thema Lärm die Planer zuletzt intensiv beschäftigt habe. Nachts könnte es sein, dass die im benachbarten Wohngebiet geltenden Lärmgrenzwerte um rund vier Dezibel überschritten werden. Der Gemeinderat könnte allerdings per Beschluss festlegen, dass im benachbarten Wohngebiet die Grenzwerte eines Mischgebietes angesetzt werden. Dann würden höhere Grenzwerte gelten.

Vor Gericht habe das beschriebene Vorgehen Bestand, sagt die Bürgermeisterin

„Lärmtechnisch ist der Standort nicht schlechter als ein anderer Standort“, erklärte der Abteilungsleiter für Stadtentwicklung Benjamin Irschik. Ferner werde mit der Durchfahrtshalle für ein geringeres Lärmaufkommen gesorgt, als es mit einer herkömmlichen Halle der Fall gewesen wäre. Denn ein wesentlicher Teil des Lärms beim Feuerwehrhaus entstehe durch das Rangieren beim rückwärts Einparken. In der nun geplanten Halle sollen die Fahrzeuge geradeaus über den Gräbleswiesenweg einfahren und an der Jahnstraße wieder herausfahren. Weiterer Lärm entstehe bei Übungen, die im Innenhof Richtung Festwiese stattfinden könnten, wo auch 15 Parkplätze für die Privatautos der Feuerwehrleute geplant sind.

Als Ersatz für das Vereinsheim der Sportvereinigung Stetten und der Gastronomie soll südlich des neuen Feuerwehrhauses ein neues Gebäude gebaut werden, das über einen Außenbereich verfügen soll. Auch an dieser Stelle haben sich die Lärmgutachter mit den zulässigen Höchstwerten beschäftigt. Sollten tatsächlich 64 Außensitzplätze angeboten werden, müsste wohl eine Lärmschutzwand gebaut werden, um die Nachbarn nicht unzulässig zu beschallen. Sollten weniger Sitzplätze angeboten werden, könnte wohl auf eine Lärmschutzwand verzichtet werden, wie Abteilungsleiter Irschik erklärte.

Im Ausschuss gab es einige Diskussionen

Während im Gemeinderat der Beschluss recht schnell gefasst war, hatten im Technischen Ausschuss die Erklärungen der Verwaltung zu einer regen Diskussion geführt. „Es tut uns schon weh, wie wir mit den Leuten da umgehen“, hatte etwa Jürgen Kemmner, Fraktionsvorsitzender L.E. Bürger/DiB, gesagt. Bürgermeisterin Eva Noller entgegnete, dass es auch in der Umgebung anderer diskutierter Standorte für das neue Feuerwehrhaus Wohnhäuser gegeben hätte. Niemand habe eine Garantie dafür, dass sich baulich in seiner Nachbarschaft nicht irgendwann etwas verändere.

Vor Gericht hätte das beschriebene Vorgehen zum Thema zulässige Lärmgrenzwerte jedenfalls bestand, war sich Noller sicher. Entwarnung gab SPD-Fraktionsvorsitzender Erich Klauser. Er wohnt nahe dem jetzigen Feuerwehrhaus an der Weidacher Steige. Nächtliche Störungen seien äußerst selten, sagte er.

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