Die Stadtbahnhaltestelle ist ein Knotenpunkt für verschiedene Linien. Foto: Hans Jörg Wangner

Eine Stuttgarter Bezirksbeirätin kritisierte, dass die Haltestelle Charlottenplatz erst in der letzten Tranche nachjustiert wird. Doch sie ließ sich davon überzeugen, dass die Arbeiten kompliziert werden.

S-Mitte - Rita Krattenmacher von der Fraktion SÖS/Linke-plus äußerte jungst im Bezirksbeirat Mitte Bedenken in Bezug auf die Brandschutzertüchtigung des Charlottenplatzes. Nun habe die Stuttgarter Straßenbanhen AG (SSB) sie ausgeräumt, erklärt die Bezirksbeirätin.

Die Lokalpolitiker sprachen bei einer Sitzung des Gremiums Ende Januar über die Modernisierung des Brandschutzes an den unterirdischen Haltestellen Stuttgarts. Sie soll rund 19 Millionen Euro kosten. Vertreter der Verwaltung und der SSB erwähnten bei der Sitzung, dass an der Stadtbahnhaltestelle Charlottenplatz in der letzten Tranche nachgebessert wird. „Beim Brandschutz geht es doch um Menschenleben“, kritisierte Rita Krattenmacher.

Feuer würde viele treffen

Sie monierte, dass ausgerechnet die Stadtbahnhaltestelle Charlottenplatz erst spät ertüchtigt wird. Die Arbeiten sollen von 2021 an beginnen. Krattenmacher verwies darauf, dass viele Stadtbahnlinien die Haltestelle Charlottenplatz kreuzten und deshalb auch die Frequenz von Fahrgästen sehr hoch sei. Ein Brand würde folglich mehr Menschen treffen als anderswo.

Krattenmacher mutmaßte bei der Bezirksbeiratssitzung im Januar, dass es einen Zusammenhang zwischen dem späteren Beginn der Arbeiten am Charlottenplatz und dem Projekt Stuttgart 21 gibt. Ähnliches unterstellen auch andere Gegner des Tiefbahnhofs. Auf der jüngsten Montagsdemonstration etwa bezog sich ein Redner auf Rita Krattenmachers Äußerung im Bezirksbeirat. Krattenmacher sieht die Sachlage inzwischen anders. „Die Antwort der Verwaltung, warum der hochfrequentierte Charlottenplatz erst zum Schluss brandschutztechnisch nachgerüstet wird, war für mich nachvollziehbar“, sagt die Lokalpolitikerin nun.

Bezirksbeirätin ist überzeugt

Peter Krauß von den SSB hatte bereits in der Bezirksbeiratssitzung im Januar erwähnt, dass es sich bei der Haltestelle Charlottenplatz um die „komplizierteste“ Station unter der Erde in der Stuttgarter Innenstadt handele. Ihr gegenüber hätten Planer nun erklärt, dass zunächst Erfahrungen an den übrigen Haltestellen gesammelt werden sollten, bevor die Station unter dem Charlottenplatz in Angriff genommen wird, erklärt Krattenmacher. „Ich war mit der Antwort zufrieden“, sagt die Politikerin. Laut einer Mitteilungsvorlage für den Gemeinderat vom Januar wird mit den Planungen für den Umfang und die Art der Arbeiten an der Haltestelle Charlottenplatz erst noch begonnen.

Es wird noch geplant

Laut SSB-Sprecherin Birte Schaper gelte das Bauwerk der Haltestelle an sich schon allein aufgrund seiner Größe als komplex. Es existieren an der Haltestelle Charlottenplatz verschiedene Ebenen, an denen es Bahnsteige gibt. Die Arbeiten, die an der Haltestelle von 2021 an beginnen sollen, sollen zudem im laufenden Betrieb erfolgen, sicherte Peter Krauß von den SSB im Januar dem Bezirksbeirat Mitte bei seiner Sitzung zu.

Es gibt mehrere Fluchtwege

Der spätere Termin für den Beginn der Brandschutzertüchtigung leite sich auch aus den vorhandenen Möglichkeiten her, die Station im Notfall zu räumen. „Die Haltestelle Charlottenplatz ist im Vergleich sehr viel besser aufgestellt, was die Entfluchtung betrifft, als andere Haltestellen“, erklärt Schaper.

Fahrgäste könnten die obere Ebene über eine lange Rampe verlassen, meint sie. Fluchtwege nach draußen seien auch auf den unteren Ebenen vorhanden, fügt Schaper hinzu. Die Haltestelle sei allerdings nur im Vergleich zum gegenwärtigen Zustand der anderen Stationen besser aufgestellt, betont Schaper. Die noch nicht näher geplante Nachbesserung in Sachen Brandschutz an der Stadtbahnstation ist in anderen Worten keineswegs obsolet.

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