Nur an offiziellen Grillstellen ist das Brutzeln erlaubt. Foto: Isabelle Butschek

Angesicht der trockenen Hitzeperiode steigt das Risiko von Waldbränden. Eine weggeworfene Zigarette könnte leicht ein Feuer auslösen. Aber längst nicht jeder weiß, dass Rauchen im Wald bis Ende Oktober gesetzlich verboten ist.

Stuttgart - Die Meteorologen rechnen in dieser Woche mit den bisher heißesten Tagen des Jahres. Nach einem extrem heißen Montag steigt am Dienstag das Thermometer laut dem Deutschen Wetterdienst auf bis zu 35 Grad. Es kann zudem tropische Nächte geben. Das bedeutet, dass die Temperaturen dann auch nachts nicht unter 20 Grad sinken.

Angesichts der trockenen Hitzeperiode warnt der baden-württembergische Forstminister Peter Hauk (CDU) vor Waldbränden. „Die sommerlichen Temperaturen und der fehlende Regen lassen die Gefahr von Waldbränden landesweit nach oben schnellen“, schreibt Hauck. Eine weggeworfene Zigarettenkippe oder ein unbeaufsichtigtes Grillfeuer könnten verheerende Folgen haben.

Der Minister rief Waldbesucher deshalb auf, vorsichtig zu sein und sich an die Regeln zu halten. So herrsche im Sommer im Wald ein generelles Rauchverbot, das auch an Grillstellen oder an Waldparkplätzen gelte. Außerdem sei das Grillen nur an offiziellen und fest eingerichteten Feuerstellen erlaubt. Mitgebrachte Grills dürften im Wald nicht betrieben werden.

Das Rauchverbot im Wald von März bis Ende Oktober kenne längst nicht jeder, berichtet der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos. Er hält deshalb eine breit angelegte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit für umso wichtiger. Wer beim Rauchen erwischt werde, müsse mit Bußgeldern rechnen, betont Joos. Er ärgere sich über die Fälle, in denen die Regeln bewusst ignoriert würden.

Grillstellen können an kritischen Orten geschlossen werden

Um die Brandgefahr im Wald weiter zu minimieren, werden Grillstellen an besonders kritischen Orten vorübergehend geschlossen. Wenn etwa leicht entzündliche offene Grasflächen direkt an die Grillstelle grenzen, werden Absperrbänder eingesetzt. Noch habe man diese Maßnahme in dieser Saison nicht ergriffen, aber wenn das Wetter so sommerlich-trocken bleibe, dann werde vermutlich bald so mancher Grillplatz gesperrt werden. Die Revierförster seien angewiesen, die Feuerstellen im Auge zu behalten und gegebenenfalls einzugreifen. „Wir machen das sehr regional“, sagt Joos. Er erinnere sich noch gut an den Rekordsommer im Jahr 2003, den heißesten seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Damals habe es jede Menge Sperrungen gegeben.

Etwas besorgt blickt der Forstpräsident dieser Tage auf die Kiefern- und Fichtenwälder entlang der Rheinniederungen und in der Vorbergzone des Schwarzwalds. „Wir haben da einen Zielkonflikt“, sagt Joos: Einerseits lasse man aus ökologischen Gründen die kleineren nährstoffreichen Äste im Wald liegen – als ideales Habitat für Insekten und Pilze. Anderseits sei das trockene Nadelstreu auf dem Boden gefährlich – es ist das ideale Ausgangsmaterial für einen Brand.

So eine Apokalypse wie zurzeit in Portugal, wo nordöstlich von Lissabon ganze Dörfer von Flammen eingekesselt und schon mehr als 60 Menschen gestorben sind, sei hierzulande definitiv nicht zu befürchten, sagt Joos. Dennoch müsse man Vorsicht walten lassen, schließlich habe es immer mal wieder gebrannt in den vergangenen Jahren.

Vorsichtig sein müssen bei der sommerliche Hitze auch empfindliche Menschen. Die hohen Temperaturen belasteten den Organismus, sagt ein Sprecher des in Freiburg ansässigen Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung. Vor allem Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollten aufpassen. Die Experten raten, bei Hitze viel Wasser zu trinken und sich nur im Schatten oder in Gebäuden aufzuhalten. Auf Sport oder andere körperliche Betätigung im Freien sollte zumindest tagsüber verzichtet werden.

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