Brandkatastrophe Schreckensort wird Ort des Nachdenkens

Von gös 

Vor 20 Jahren wurde die Geißstraße 7 durch Brandstiftung zur Todesfalle. Foto: Kovalenko
Vor 20 Jahren wurde die Geißstraße 7 durch Brandstiftung zur Todesfalle. Foto: Kovalenko

Vor 20 Jahren haben durch Brandstiftung im Haus Geißstraße 7 in der Stuttgarter City sieben Menschen ihr Leben verloren. Im Haus wohnten überwiegend Einwanderer.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart und die Stiftung Geißstraße 7 haben am Sonntagabend beim Hans-im-Glück-Brunnen der sieben Toten des Brandanschlags vor 20 Jahren gedacht. Ein psychisch kranker 25-Jähriger hatte das Haus, in dem viele Einwanderer wohnten, am frühen Morgen des 16. März 2004 in Brand gesteckt.

Etwa 70 Teilnehmer zählte die Gedenkveranstaltung. Mit dabei: Harun Say, der bei der Katastrophe seine hochschwangere Frau und seine fünfjährige Tochter verloren hatte, die Landtagsabgeordnete Muhterem Aras, Stadträte und Vertreter der Feuerwehr. „Wenn es im Haus Rauchmelder gegeben hätte, wäre es nicht zu solch einer Katastrophe gekommen“, sagte Branddirektor Frank Knödler.

Staatssekretär Klaus-Peter Murawski und Oberbürgermeister Fritz Kuhn dankten der Stiftung Geißstraße 7. Sie habe aus einem Schreckensort einen Ort des Nachdenkens der Stadt über sich selbst gemacht. Beide lobten das Engagement der Stiftung fürs interkulturelle Zusammenleben. OB Kuhn verwies auf die künftige Aufnahme von Flüchtlingen. Er erhalte stapelweise Briefe von Bürgern, die angeblich nichts gegen Ausländer hätten, sie aber nicht als Nachbarn wollten. Kuhn: „So ist Asylrecht nicht gemeint. Wir müssen Flüchtlinge angemessen unterbringen. Das ist der Auftrag, den ich als OB auszuführen habe. Ich bitte die Bürger, aktiv zu ihrem Willkommen beizutragen.“

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