Ein Feuerwehrmann mit Atemschutz: Rauchgase sind bei Bränden am gefährlichsten. Foto: 7aktuell.de/ Gruber

Rauchmelder können Lebensretter sein. Ein eindrückliches Beispiel ist jetzt in Stammheim geliefert worden.

Stuttgart - Der Mann hat keine Chance mehr. In seiner Wohnung brennen ein Sessel und ein Handtuch – kein großes Feuer, aber giftiger Qualm breitet sich aus. Der 58-Jährige liegt bewusstlos da. An diesem Sonntag um 8.30 Uhr hätte es durchaus ein Todesopfer in Stammheim geben ­können. Wenn es nicht gepiepst hätte.

Ein Rauchmelder in dem Mehrfamilienhaus an der Kornwestheimer Straße hat sich als Lebensretter erwiesen. Vor allem aber ein aufmerksamer Nachbar, der das alarmierende Piepsen des Warngeräts hört und die richtigen Schlüsse daraus zieht. Über die Notrufnummer 112 alarmiert er die Feuerwehr und die Rettungskräfte, die sofort nach Stammheim ausrücken. Alles scheint zunächst falscher Alarm: „Es war weder Feuer noch Rauch außerhalb der Wohnung wahrnehmbar“, stellt Feuerwehr-Einsatzleiter Martin Wessels fest.

Die Retter finden den Bewohner bewusstlos auf

Weil auf das Klingeln hin niemand öffnet und Nachbarn die Vermutung äußern, dass sich der 58-Jährige womöglich in der Wohnung aufhält, dringen die Rettungskräfte in die Räumlichkeiten ein. Keine Minute zu früh: Der Mann liegt bewusstlos in der verrauchten Wohnung. Er wird nach draußen gerettet und medizinisch versorgt, ehe er mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Der Brand selbst ist schnell gelöscht. Die Wohnung muss anschließend belüftet werden.

Die Ursache wird noch ermittelt. Allerdings zeichne sich ab, dass der Mann wohl mit einer brennenden Zigarette auf dem Sofa eingeschlafen sei, so ein Polizeisprecher. Dabei ist es meist ein vergessener eingeschalteter Herd, der die Feuerwehr bei Rauchmelderalarmen ausrücken lässt. In einem Haus in Wangen war man dadurch vor einigen Wochen allerdings sogar auf eine Brandstiftung im Treppenhaus aufmerksam geworden. Für die Feuerwehr ist die gesetzliche Rauchmelderpflicht überaus sinnvoll. Womöglich hätte vor einer Woche ein 84-jähriger Esslinger noch gerettet werden können – doch als der Brand ohne Rauchmeldersignale entdeckt wurde, schlugen schon die Flammen aus dem offenen Fenster.

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