Die Scheune stand lichterloh in Flammen, als die Feuerwehr eintraf. Foto: Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof

Es war der erste Großbrand nach fast zwei Jahrzehnten – aber die kleine Feuerwehr von Hardt- und Schönbühlhof (Kreis Ludwigsburg) hat sich bewährt.

Im kleinen Weiler Hardt- und Schönbühlhof, in dem gerade einmal 320 Einwohner leben, ist die Feuerwehr am vergangenen Samstag an ihre Grenzen geführt worden. Gegen 18.20 Uhr ging der Notruf ein: Eine Scheune stand in Flammen. Was folgte, war der erste Großbrand seit 19 Jahren – und eine Bewährungsprobe für die Einsatzkräfte und die Dorfgemeinschaft gleichermaßen.

 

Als die Feuerwehr eintraf, bot sich ein dramatisches Bild. Die Scheune stand bereits in hellem Vollbrand, dichte Rauchschwaden zogen über das Gelände. „Wir mussten uns darauf konzentrieren, einen Übergriff durch Funkenflug auf das Wohnhaus zu vermeiden“, schildert Kommandant Simon Haubner die ersten Minuten des Einsatzes. Für ihn und seine Mannschaft war schnell klar: Nur mit einem konsequenten Vorgehen ließ sich Schlimmeres verhindern.

Der Kommandant Simon Haubner konnte mit seiner Truppe Schlimmeres verhindern. Foto: Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof

Die Feuerwehr ist im Zweckverband Hardt- und Schönbühlhof eingebunden, er wird von den Kommunen Markgröningen und Schwieberdingen finanziert. Die eigenständige Wehr trainiert zwar regelmäßig alle zwei Wochen, doch ein Brand dieser Größenordnung war für viele der Einsatzkräfte Neuland. Dennoch verhielt sich die Löschtruppe richtig: „Wir konnten einen Riegel zwischen der Scheune und dem angrenzenden Wohnhaus bilden“, erklärt der 26-jährige Kommandant Haubner. Erst nachdem diese entscheidende Maßnahme umgesetzt war, konnten die eigentlichen Löscharbeiten beginnen.

Starke Hitze: Ein Feuerwehrmann verletzt sich im Gesicht

Die enorme Hitze stellte die Feuerwehrleute vor Probleme. Die Strahlungswärme war so intensiv, dass sich ein Feuerwehrmann im Gesicht Verbrennungen zuzog, als er an der Brandstelle vorbeiging, um die Löschwasserversorgung aufzubauen. Nach Angaben Haubners habe es sich nicht um schwere Brandwunden gehandelt. „Dem Verletzten geht es inzwischen wieder besser.“

Die brennende Scheune grenzt an ein Wohnhaus. Foto: Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof

Eine Stunde nach Beginn des Einsatzes konnte erstmals von einer gewissen Kontrolle gesprochen werden – ein Moment, der bei allen Beteiligten für große Erleichterung sorgte. Dennoch war der Einsatz damit noch lange nicht beendet. Die Feuerwehr blieb bis Mitternacht vor Ort, um letzte Glutnester zu bekämpfen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Am nächsten Morgen kehrten die Einsatzkräfte erneut zurück, um die Brandstelle sorgfältig zu überprüfen.

Mehr als 150 Helfer waren an den Löscharbeiten beteiligt – eine beeindruckende Zahl, die etwa der Hälfte der Dorfbevölkerung entspricht. Neben den örtlichen Kräften unterstützten auch umliegende Feuerwehren den Einsatz. Diese breite Unterstützung zeige, wie eng der Zusammenhalt in der Region ist. „Der Rückhalt im Ort ist enorm“, betont Simon Haubner, der sich auch darüber freute, dass Bürger aus Hardt- und Schönbühlhof die Feuerwehrleute stärkten, indem sie ihnen Trinkwasser und etwas zu Essen brachten, da sich der Einsatz an dem Abend noch lange erstreckte. „Ohne diese Unterstützung wäre ein solcher Einsatz kaum zu bewältigen.“

Der Einsatz stellte Menschen und Technik auf die Probe

Der Brand selbst ereignete sich nach Aussagen Haubners auf Markgröninger Gemarkung – ein Detail, das in Hardt- und Schönbühlhof eine besondere Rolle spielt. „Die Ortsgrenze verläuft mitten durch den Ort, etwa entlang der Hauptstraße“, erklärt der Kommandant. Sein Fazit: Für die Feuerwehr war dieser Einsatz eine Extremsituation, die sowohl die Belastbarkeit der Technik als auch die der Menschen auf die Probe stellte. Gleichzeitig habe der Brand gezeigt, dass die regelmäßigen Übungen und die gute Zusammenarbeit im Ernstfall greifen.

Die Ursache für den Brand, bei dem ein Schaden von 200.000 Euro entstand, sei noch nicht bekannt, teilt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg am Montag mit. Der Polizeiposten Schwieberdingen habe die Ermittlungen aufgenommen.