Ein Brand hat am Donnerstagmittag eine Unterkunft für Obdachlose und Geflüchtete in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) teilweise zerstört. Was bislang bekannt ist.
Die Einsatzkräfte wurden am Donnerstag gegen 12.30 Uhr über eine Rauchentwicklung in der Geflüchteten- und Obdachlosenunterkunft an der Stuttgarter Straße in Kornwestheim beim Festplatz alarmiert. Laut Polizei rückten daraufhin neben Einsatzkräften der Kornwestheimer Wehr auch Ludwigsburger Feuerwehrleute zur Unterstützung aus.
Schnell haben die Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle. Verletzte gebe es nicht, teilt die Polizei mit. Um 13.30 Uhr hat sich die Lage vor Ort schon entspannt, die Feuerwehr ist bereits mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Eine der Containeranlagen – die Unterkunft besteht aus zwei – ist völlig verrußt und auf den ersten Blick komplett unbewohnbar. Über dem gesamten Platz liegt noch der Brandgeruch.
Während Feuerwehrleute innen mit Atemschutzmasken auf Ursachenforschung gehen, wird ein wenig entfernt ein Mann in Fuß- und Handfesseln von der Polizei abgeführt. Dabei handelt es sich laut Polizei aber nicht etwa um den Verdächtigen einer Brandstiftung. Es handele sich um einen Gesuchten, den die Polizei zufällig vor Ort angetroffen habe.
Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Unterkunft befanden, ist anfangs nicht bekannt. Unmittelbar nach dem Eintreffen wird aber gemeldet, dass vier Menschen in Sicherheit seien, erklärt die Polizei. Offiziell lebten laut Stadt zuletzt drei Personen in dem nun zerstörten Teil der Unterkunft.
Der andere Teil der Unterkunft ist laut Stadt weiterhin bewohnbar. „Dies wurde unter anderem durch Messungen am Nachmittag überprüft“, teilt Stadtsprecherin Sandra Schuon mit. Die Personen, die in der abgebrannten Anlage gewohnt haben und nun eine alternative Unterbringung benötigen, werden in diesem zweiten Teil unterkommen. Die Unterkunft hat 24 Zimmer und 48 Plätze. Ukrainer, Obdachlose und Asylbewerber leben dort meist in Einzelbelegung, um Konflikte zu vermeiden.
In die Schlagzeilen geraten war die Unterkunft vor einem Jahr, weil OB Nico Lauxmann seinen Unmut mit den Bewohnern öffentlich machte. Zimmer würden aufgebrochen, Gäste zum Übernachten eingeladen und bis in die Nacht gebe es Lärmbelästigungen, sagte Lauxmann damals. Das Ordnungsamt sei fast wöchentlich in der Unterkunft im Einsatz.
Weil die Unterkunft insgesamt in einem schlechten Zustand war, hatte die Stadt damals diskutiert, eine neue anzuschaffen.