In Hemmingen ist ein Haus für Flüchtlinge unbewohnbar geworden. Foto: factum/Granville

Beim Brand in einer Unterkunft für Flüchtlinge ist am späten Mittwochabend nur Sachschaden entstanden. Von rund 20 Bewohnern wurde niemand verletzt. Laut der Polizei gibt es keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Hemmingen - G egen 22.25 Uhr ist am Mittwochabend in einem Zimmer im vorderen Bereich der Asylunterkunft an der Hemminger Patronatstraße ein Feuer ausgebrochen. Einer der Bewohner bemerkte die Flammen, sechs Personen rannten daraufhin ins Freie oder sprangen aus den Fenstern. „Schon auf der Anfahrt war erkennbar, dass mindestens ein Zimmer im Vollbrand stand“, sagt der Feuerwehrkommandant Marco Spera. Er habe sofort die Feuerwehr aus der Nachbargemeinde Schwieberdingen mit angefordert. Brandursache ist laut der Polizei vermutlich ein technischer Defekt.

Haus vorläufig nicht bewohnbar

Die Feuerwehr habe parallel den Löschangriff gestartet, so Spera, und noch zwei Bewohner aus dem hinteren Bereich des Hauses geleitet. Dieser war durch eine Brandschutztür abgeteilt. Das 1990 erstellte Gebäude ist vorläufig nicht bewohnbar, die Gemeinde hat die Bewohner noch in der Nacht in anderen Unterkünften untergebracht – davon drei in dem benachbarten Haus für Flüchtlinge des Landkreises, und fünf in der ehemaligen Gaststätte Schiff, in der seit einiger Zeit Flüchtlinge wohnen.

Die Gemeinde hält laut dem Bürgermeister Thomas Schäfer noch andere Unterkünfte vor – diese waren für neu zugewiesene Familien gedacht gewesen. Diese Zuweisungen habe das Landratsamt zunächst ausgesetzt, so ein Sprecher. Rätselhaft ist der Verbleib von 13 Menschen – denn in dem Haus in der Patronatstraße waren 21 Bewohner gemeldet, am Mittwochabend und am Donnerstag wurden aber nur acht angetroffen. „Wir wissen nicht, wo sich die übrigen aufhalten“, sagt der Bürgermeister Schäfer.

Menschen springen aus dem Fenster

Drei der acht Menschen, die am Abend des Brandes im Haus waren, sitzen am Morgen danach vor dem Gebäude. Er habe Rauch gerochen, erzählt ein Mann, der aus Nordafrika stammt und seit Jahren im Haus wohnt. Im vordersten Zimmer habe es gebrannt, „ dann sind wir alle raus“. Einer rief die Feuerwehr. Erst am Nachmittag können die Bewohner wieder hinein und ihre Sachen holen.

Die Polizei gibt den Schaden mit rund 70 000 Euro an. Zum Ausbruch des Brandes sagt ein Sprecher, eine Einwirkung von außen sei nicht erkennbar. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe man nicht. Das Feuer sei mutmaßlich durch einen technischen Defekt entstanden: In dem Zimmer, in dem der Brand ausbrach, hätten sich mehrere elektrische Geräte befunden, die möglicherweise an einer Mehrfachsteckdose angeschlossen waren. Deren Trümmer stehen im Vorgarten.

Wie es mit dem beschädigten Haus weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Die Gemeinde hat Baufachleute mit der Untersuchung beauftragt.

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