Der Brand in der Bierakademie in der Nacht auf den 3. Januar hat die Feuerwehr bis kurz vor Mitternacht in Atem gehalten. Foto: 7aktuell.de/Lermer

Innerhalb weniger Minuten hat das Lokal in der Göppinger Innenstadt am 2. Januar lichterloh in Flammen gestanden. Konstantinos Papachristou, der Pächter, will es wieder aufbauen – wenn er die Kraft und das Geld dazu findet.

Göppingen - Wie konnte es nur zu dem Brand in der Bierakademie kommen? Diese Frage geht dem Pächter des Lokals, Konstantinos Papachristou, seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. „Ich hoffe, die Kriminalpolizei findet die Ursache heraus“, sagt er. War es Brandstiftung, ist eine alte Sicherung durchgebrannt, war es etwas völlig anderes? Papachristou ist ratlos. „Ich habe keine Feinde“, murmelt er und fragt sich eine Sekunde später, ob es dennoch sein könne, das irgendjemand „irgendetwas in dem Schuppen gemacht hat“.

Die Polizei hat für Papa­christou noch keine endgültigen Antworten. Die Untersuchungen der Kriminalpolizei seien angelaufen, berichtet eine Sprecherin. Man habe zunächst sichergehen müssen, dass das Gebäude nicht einstürze. Nun untersuche ein Sachverständiger den Brandort. Im Moment deute vieles auf einen Defekt in einem technischen Gerät hin, aber die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen.

Plötzlich rief ein Junge es brennt

Klar ist jedenfalls, dass das Feuer am 2. Januar gegen 21 Uhr in einem Anbau zwischen der Bierakademie und dem benachbarten Kunsthaus Frenzel ausgebrochen ist. Innerhalb kurzer Zeit griff es auf die Gaststätte über. „Zum Glück ist das nicht in der Silvesternacht passiert“, sagt Papachristou. „Da war die Bierakademie rappelvoll, da hätte es wahrscheinlich Verletzte oder Tote gegeben.“ Doch in der Unglücksnacht seien nur etwa 15 Gäste dagewesen – der Wirt feierte ausgerechnet an diesem Abend mit einigen Stammgästen seinen Geburtstag.

„Wir haben gerade Bilder von der Party in der Silvesternacht angeschaut, da kam plötzlich ein Junge reingerannt und rief: ,Es brennt’“, erzählt der Wirt. „Wir hatten überhaupt nichts von dem Feuer gemerkt. Das Licht brannte ganz normal, der Strom funktionierte, und es war auch noch kein Rauch im Lokal.“ Weil vergleichsweise wenige Besucher da gewesen seien, hätten sich alle rechtzeitig hinaus ins Freie retten können. Keine Sekunde zu früh, den wenige Augenblicke später, griff das Feuer auf die Wirtschaft über.

Papachristou schnappte sich zwei Feuerlöscher und versuchte, die Flammen in dem Anbau noch unter Kontrolle zu bringen – aber es war bereits zu spät. Innerhalb kürzester Zeit seien die Flammen vier Meter hoch gewesen, erzählt der Wirt. „Mein Nachbar vom Kunsthaus kam auch mit einem Feuerlöscher, um mir zu helfen, aber es hat nichts mehr genützt“, erzählt der 59-Jährige.

Der Wirt ist immer noch erschüttert

Immerhin schaffte es die Feuerwehr zu verhindern, dass die Flammen auf das Nachbargebäude übergriffen. Lediglich die Fassade und ein Fenster wurden leicht beschädigt. Der Brand in der Bierakademie war gegen Mitternacht gelöscht. Im Moment sieht es so aus, als könnte das Gebäude erhalten und saniert werden.

„Ich möchte die Bierakademie wieder aufbauen“, sagt Papachristou. Damit sei auch der Besitzer einverstanden, er habe bereits mit diesem gesprochen. Die Familie des Mannes hatte das Gebäude einst gebaut und dort vor mehr als 40 Jahren ein Eiscafé betrieben. Vor 38 Jahren wurde aus dem Eiscafé dann die Bierakademie. Papachristou hat sie vor 14 Jahren übernommen. Er habe jeden Tag genossen, den er hinter der Theke gestanden habe, sagt er.

Jetzt will der Wirt zunächst abwarten, was bei der Untersuchung der Polizei herauskommt und inwieweit seine Versicherung für die Schäden einspringt. Die Bierakademie, sagt er, sei sein „Lebenswerk“. Deshalb wolle er sie an der gleichen Stelle wieder aufbauen. „Aber ich muss sehen, ob ich die Kraft und das Geld dazu habe.“ Im Moment sei er immer noch erschüttert. „In der Nacht als das passiert ist, habe ich richtig getobt und rumgeschrien. Ich war richtig außer mir.“ Er hätte nie gedacht, sagt der Wirt, dass ein ganzes Leben in ein paar Minuten einfach verschwinden könne.

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