Dieses Haus ist nun möglicherweise einsturzgefährdet. Foto: SDMG

Nach einem Feuer in zwei Wohnhäusern offenbart sich das ganze Ausmaß des Schadens. 14 Menschen brauchen für die nächsten Monate ein neues Zuhause, die Bürgerstiftung Murrhardt bittet um Spenden.

Murrhardt - Am Tag nach dem Brand bietet sich in Murrhardt ein Bild der Zerstörung: Zwei Häuser sind schwer beschädigt, große Löcher klaffen in der Fassade. Bis in die späten Abendstunden hinein hatte die Feuerwehr hier erst gegen die Flammen, danach gegen Glutnester gekämpft. Dann war der Einsatz für sie abgeschlossen – aber für die Bewohner der beiden Gebäude fängt die schwerste Zeit jetzt wohl erst an.

Insgesamt 14 Menschen hatten in den beiden betroffenen Häusern gewohnt, die jetzt nicht mehr bewohnbar sind. „Bei dem Gebäude, in dem der Brand ausgebrochen ist, besteht nun die Frage, ob es abgerissen werden muss“, so ein Polizeisprecher. Die Bewohner, die auf insgesamt fünf Mietparteien aufgeteilt sind, haben die Nacht auf Dienstag bei Freunden oder Verwandten verbracht. „Sie hatten im Prinzip nur die Sachen, die sie am Leib trugen“, sagt der Murrhardter Bürgermeister Armin Mößner. Unter den Betroffenen seien Alleinstehende, Senioren, aber auch zwei Kinder im Alter von vier und acht Jahren.

Die Bürgerstiftung Murrhardt bittet um Spenden

Nun läuft langsam eine Hilfsaktion an. „Die Bürgerstiftung hat einen Hilfsfonds für bedürftige Murrhardter eingerichtet, daraus hat sie bereits Gelder zur Verfügung gestellt“, so Mößner. Davon könnten die Betroffenen zumindest ein paar Dinge kaufen: Handtücher, Kleidung, Zahnpasta, was man eben zum Leben braucht. Nur das allein wird nicht reichen, die Bürgerstiftung bittet daher um Spenden, die es den Betroffenen ermöglichen sollen, notwendige Gegenstände, Kleidung und Möbel zu kaufen. „Fast der gesamte Hausstand ist ja hinüber“, schildert Mößner. Jetzt gilt es, den Brandopfern ein Dach über dem Kopf zu organisieren.

Als Stadt habe Murrhardt die Verantwortung, Bürger vor Obdachlosigkeit zu beschützen. Daher halte sie einige Wohnungen für Bedürftige vor – „keine Obdachlosenheime, sondern im Prinzip normale Wohnungen“, betont der Rathauschef. Als Beispiel nennt er ein Appartement im Bahnhofsgebäude. Er sei zuversichtlich, dass für alle Betroffenen eine Bleibe gefunden werde. „Dort werden sie wohl die nächsten Wochen oder Monate bleiben müssen.“

Eine dichte Rauchwolke lag über der Kleinstadt

Gegen 15 Uhr war aus einem der Häuser in der Bahnhofstraße ein Brand gemeldet worden. „Das Feuer ist im Keller des einen Gebäudes ausgebrochen“, sagt Niklas Eilers, Pressesprecher der Feuerwehr Murrhardt. Rasch griff der Brand auf ein direkt angebautes zweites Gebäude über. Zwei Menschen erlitten laut Eilers leichte Rauchvergiftungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Feuerwehr Murrhardt erhielt bei dem Großeinsatz Unterstützung von ihren Kameraden aus Sulzbach, Backnang und Schwäbisch Hall, auch eine zweite Drehleiter wurde angefordert. Insgesamt waren rund 60 Feuerwehrkräfte mit 14 Fahrzeugen im Einsatz, auch Rettungsdienste und die Polizei waren vor Ort. Neben den in den beiden Gebäuden wohnenden Menschen wurden auch zwei Kaninchen in Sicherheit gebracht.

Brandursache unklar: Jetzt ermittelt die Kripo

Was die Brandursache angeht, hat nun routinemäßig die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen aufgenommen – wie immer, wenn der Ursprung eines Feuers Rätsel aufgibt. Ob und wann die Mitarbeiter der Kriminaltechnik dafür den Brandort unter die Lupe nehmen können, ist allerdings noch unklar. Am Dienstag haben Statiker die beiden Häuser untersucht, um festzustellen, ob die Ermittler die beiden Gebäude betreten können.

Erfahrungsgemäß kann die Suche nach der Brandursache recht lange dauern, da bei einem derart großen Feuer immer auch für die Ermittler wertvolle Spuren vernichtet werden. Die Höhe des Schadens, der bei dem Brand entstanden ist, beträgt laut einer Schätzung der Polizei rund 700 000 Euro.

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