Die Reparatur des Engelbergtunnels wird dauern. Doch es hätte für das Bauwerk noch deutlich schlimmer kommen können. Eine kleine Erleichterung für den Verkehr zeichnet sich derweil ab.
Die Schäden am Engelbergtunnel sind massiv. Und dennoch könnten Optimisten zumindest in diesem Zusammenhang von „Glück in Unglück“ sprechen. Dass bei dem verheerenden Brand eines Sattelzug-Aufliegers am Dienstagnachmittag zwei Menschen verletzt wurden, ist dabei eine ganz andere Angelegenheit.
„Es ist in der Tat heftig“, antwortet Wolfgang Grandjean, Leiter Unternehmenskommunikation der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, auf Anfrage unserer Zeitung. Auf den ersten 300 Metern sei alles verkohlt: Licht, Stromkabel, Schilder. Ebenfalls zerstört ist die notwendige Funkverbindung. „Das ist alles nicht mehr existent“, so Grandjean.
Engelbergtunnel: Hätte es tiefer im Tunnel gebrannt, wäre der Schaden kaum absehbar
Aber, und hier kommt das „Glück im Unglück“ ins Spiel: Da das Feuer recht nah am Nordportal wütete, blieben die restliche, eigentlich fertig sanierte Weströhre sowie die Oströhre unversehrt. „Wenn der Brand 300 Meter weiter im Tunnel gewesen wäre, würden wir jetzt vielleicht von zwölf Jahren Neubauzeit sprechen“, schildert er. So werde die Reparatur zwar ebenfalls ihre Zeit dauern. Jahrelange Ausmaße wird sie aber wohl nicht annehmen.
In der Weströhre wurde bis Juni 2024 auf einer Länge von etwa 180 Metern eine Zwischendecke eingezogen. Sie soll den Druck aufnehmen, den das aufquellende Mineral Anhydrit von außen auf die Tunnelwände ausübt. An gleichem wird derzeit auch in der Oströhre gearbeitet.
Nun muss die Autobahn GmbH jedoch einiges neu denken. Ein Zeitplan für die Reparatur der Brandschäden existiert allerdings noch nicht. „Die Kabel, die wir benötigen, kann man nicht im Baumarkt kaufen“, betont Grandjean. Man sei mit den Herstellern in Kontakt. „Das kann aber eine Woche dauern oder auch zwei.“
Erste Arbeiten hätten bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stattgefunden. „Es wurde alles abgeschlagen, was herunterfallen könnte, außerdem wurden Sicherheitsnetze aufgehängt“, berichtet Grandjean. Am Mittwoch sei ein Gutachter vor Ort gewesen.
Rampe aus Richtung Karlsruhe zum Engelbergtunnel soll schnell wieder öffnen
Man arbeite mit Hochdruck – auch wenn die Höhe des am Tunnel entstandenen Schadens noch nicht feststeht. „Wir werden alles auch rechtlich prüfen lassen, aber aktuell hat für uns Priorität, den Tunnel wieder öffnen zu können.“
Was nicht möglich sei: beide Fahrtrichtungen zumindest einspurig temporär durch die Oströhre zu führen. Dort wird nach wie vor gebaut. „Und zwar an der Lüftung, was auch der Grund ist, aus dem der Verkehr dort nur in eine Richtung fließen darf“, so der Autobahn-Sprecher. Man werde allerdings versuchen, so schnell wie möglich die Rampe von Karlsruhe kommend in Richtung Oströhre – also Richtung Heilbronn – wieder zu öffnen.