Will der Jugend zeigen, dass man sich nicht entmutigen lassen darf. Foto: dpa

Gegen WBO-Weltmeister Marco Huck geht es für den Cruisergewichtler in der Stuttgarter Schleyerhalle um mehr als den Titel.

Gegen WBO-Weltmeister Marco Huck geht es für den Cruisergewichtler in der Stuttgarter Schleyerhalle um mehr als den Titel.

Donzdorf - Firat Arslan (43) ist ein zuvorkommender Mensch, er begegnet jedem mit großer Herzlichkeit. Die Hand gibt er derzeit trotzdem niemandem. Das hat allerdings nichts mit einem plötzlichen Anflug von Unhöflichkeit zu tun, sondern mit der Angst vor Viren und Bakterien. Der Cruisergewichtler trifft am Samstag, 25. Januar (23 Uhr/ARD live), in der Stuttgarter Schleyerhalle auf WBO-Weltmeister Marco Huck – da wäre selbst ein kleiner Schnupfen ein großer Rückschlag. Zumal Arslan nicht nur um den Titel boxt, sondern um noch viel mehr: „Ich kämpfe für Gerechtigkeit.“

Diesen Satz versteht, wer das erste Duell der beiden Kontrahenten im November 2012 in Halle/Westfalen gesehen hat. Arslan war der bessere und aktivere Boxer, Huck der Sieger. „Ein klares Fehlurteil“, sagt der Deutschtürke, der in Donzdorf lebt und trainiert, „ich habe gewonnen und bin schon seit damals Weltmeister. Auch ohne Gürtel.“

Den will er sich nun holen. Und Arslan wäre nicht Arslan, wenn er aus der Enttäuschung von damals nicht Kraft für heute schöpfen würde. „Ein Sieg in Stuttgart wäre noch viel mehr wert als ein Sieg damals“, sagt er, „den leichten Weg kann jeder gehen. Ich will der Jugend zeigen, dass man sich durch Ungerechtigkeiten nicht entmutigen lassen darf. Wer will, der schafft alles.“ Zur Motivation bekam Arslan von seinen Freunden eine Bildcollage geschenkt, die nun an der Wand seines Trainingsraumes hängt. 18 Fotos zeigen 18 Treffer, die Huck im ersten Kampf einstecken musste. „Ich war damals in Hochform“, sagt Arslan, „und ich werde diesmal wieder in Hochform sein.“

Geht diesmal alles glatt?

Daran ändert auch nichts, dass der Herausforderer derzeit schon seine zweite Vorbereitung absolviert. Denn die Revanche war ursprünglich auf den 14. September 2013 angesetzt gewesen, ehe Huck eine Woche vorher passen musste. Das Arslan-Lager nimmt dem Weltmeister zwar nicht ab, dass er damals wirklich einen Haarriss im Schlagarm erlitten hatte, zu ändern war die Absage aber nicht. Bleibt die Frage, ob diesmal alles glattgeht? Zumindest Zweifel plagen Dieter Wittmann, den Trainer und Mann für die Sprüche in Arslans Team: „Ich habe eine Art bewusstseinserweiternde Intuition. Hoffentlich bekommt Huck diesmal keinen Migräneanfall. Deshalb erzähle ich besser nicht, wie gut Firat wirklich drauf ist.“

Zumindest sieht Arslan zweieinhalb Wochen vor dem Kampf aus, als wäre er schon in Topform – dabei stehen 50 von insgesamt 150 Runden Sparring noch aus. Doch an einem Fakt wird sich nichts ändern: Arslan fühlt sich auch mit 43 Jahren noch lange nicht zu alt fürs Boxen. Auf die Frage, ob er denn zurücktreten werde, falls er den WM-Titel gewinnt, antwortet er: „Warum sollte ich? Bernard Hopkins ist 48 und Weltmeister. Diesen Rekord will ich knacken.“

Für den Kampf zwischen Huck und Arslan am 25. Januar in der Stuttgarter Schleyerhalle sind derzeit 7500 Tickets verkauft. Rund 1500 Eintrittskarten gibt es noch – entweder unter Telefon (07 11) 2 555 555 oder im Internet unter www.easyticket.de oder www.eventim.de.

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