Ralf Zimmermann bleibt Bürgermeister von Großbottwar. Foto: Werner Kuhnle

Nach der Wahl ist und bleibt Ralf Zimmermann Bürgermeister von Großbottwar: Was ihn als nächstes erwartet und warum die Bottwartalbahn so wichtig für die Menschen von Großbottwar ist.

Klar, eine große Überraschung war das Wahlergebnis in Großbottwar nicht. Bürgermeister ist und bleibt Ralf Zimmermann, der als einziger Kandidat angetreten war. Seine Erleichterung ist dennoch groß – insbesondere dank der verhältnismäßig hohen Wahlbeteiligung und der Bestätigung der Wählerinnen und Wähler. Nach einer kurzen Auszeit mit der Familie geht es nahtlos weiter mit dem Tagesgeschäft – und den großen Themen, die die Großbottwarer beschäftigen.

 

Für Ralf Zimmermann war es quasi sein Wunschergebnis: Eine Wahlbeteiligung von fast 29 Prozent – wenn nur der Amtsinhaber kandidiert, sind es meist deutlich weniger – und eine Zustimmung für seine Person von 93 Prozent. Am Vorabend war man noch von einer etwas niedrigeren Wahlbeteiligung ausgegangen, die Zahl wurde inzwischen korrigiert, von 26 auf knapp 29 Prozent. „Damit bin ich wirklich sehr zufrieden, ich komme aus dem Grinsen fast nicht mehr heraus“, verrät der Bürgermeister.

Die restlichen sieben Prozent der Stimmen, umgerechnet 121 Wählerinnen und Wähler, gaben ihre Stimme einer individuell ausgesuchten Person, die nicht zur Wahl stand. 29 von diesen Stimmen entfielen auf Marcel Feil, bekannt aus dem Großbottwarer Vereinsleben. Er bekam damit nach Zimmermann die zweitmeisten Stimmen.

Neues Gewerbegebiet auf der Agenda

Nach einer kurzen Auszeit mit der Familie geht es für Zimmermann im neuen Jahr nahtlos weiter mit wichtigen Themen, darunter die Errichtung der neuen Wasseraufbereitungsanlage. „Auch mit dem Gewerbegebiet wollen wir loslegen, da sind wir schon eine Weile dran.“ Konkret geht es um ein Gelände im Westen der Stadt, in Verlängerung des Friedhofs. Es ist eines der ganz wenigen Projekte, die sich Ralf Zimmermann in seinen ersten Jahren als Bürgermeister noch anders vorgestellt hatte. „Damals wollten wir ein interkommunales Gewerbegebiet auf den Weg bringen“, erinnert er sich. Das ließ sich aber so nicht verwirklichen. „Jetzt bekommen wir ein eigenes, das ist doch auch gut“, ergänzt er schmunzelnd.

Das dritte große Thema ist das Neubaugebiet in Hof, in dem nächstes Jahr die Erschließung beginnen soll. „Und natürlich wollen wir jetzt auch die Stadthalle wieder mit Leben füllen.“ Diese hat die Bewohner und die Verwaltung der Stadt schon so manche Nerven gekostet, nachdem es bereits beim Bau zu Schwierigkeiten gekommen war und 2021 noch ein schwerer Wasserschaden hinzukam, der eine Schließung und eine aufwendige Sanierung zur Folge hatte. Inzwischen ist die Halle wieder offen und kann für öffentliche wie für private Veranstaltungen genutzt werden.

Warum die Bottwartalbahn so wichtig ist

All diese Projekte verbindet eine Sache: Sie werden alle relativ zeitnah umgesetzt werden, sodass Ralf Zimmermann ihre Verwirklichung in jedem Fall noch aktiv begleiten kann. Dem gegenüber steht ein anderes Großprojekt, dessen Vollendung jenseits seiner jetzigen Amtszeit steht – und das er trotzdem mit Nachdruck voranbringen möchte: die Bottwartalbahn. „Da müssen wir immer dranbleiben, denn das wird die einzige Chance sein, die Verkehrslage im Bottwartal langfristig zu entspannen“, ist er überzeugt. „Leider wird das bis in acht Jahren nicht fertig sein.“

Dafür müsste er also noch mal eine weitere Amtszeit anhängen. Ob es dafür schon Pläne gibt? „Ich würde sagen, wir arbeiten erst mal jedes Jahr nacheinander ab“, sagt er lachend. „Im Moment fühlen wir uns sehr wohl in Großbottwar, meine Familie und ich. Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen.“