Noch sieht’s aus wie in einer Kiesgrube. Tatsächlich werden schon bald die Insekten in einem Meer aus Kräutern wuseln. Foto: Rüdiger Ott

Die Stadt hat entlang der Robert-Leicht-Straße Blumenbeete angelegt. Die schauen aber nicht wirklich so aus. Bis in einem Jahr soll der Streifen allerdings in voller Blüte erstrahlen.

Vaihingen - Trist passt wohl ganz gut. Wie ein verregneter Sonntagmorgen schaut der Streifen aus, der einst ein sattes Grün in die Gegend strahlte. Von Farbe und Leben jedenfalls fehlt jede Spur. Stattdessen wachsen dünne Bäume, graue Rinde, aus einem Beet voller Steine, ebenfalls grau. Wie Regen eben. Vor allem, wenn auf der grauen Straße nebenan die Autos vorbeirollen. „Ich war entsetzt darüber, dass die Pflanzen in den Blühstreifen zwischen Römerhof und Dachswaldweg rigoros entfernt wurden“, sagt Edith Weitbrecht. Die Rentnerin aus Vaihingen liebt Blumen, sie ist Hobbyimkerin.

Das Paradoxe daran. Der Kahlschlag in Knöchelhöhe wurde auf einer Länge von rund 100 Metern ausgerechnet deshalb vorgenommen, damit es künftig dort noch bunter zugeht. Für Insekten soll ein Wuselparadies erwachsen. Die Steine sind nicht etwa Schotter aus der nächsten Kiesgrube, sondern Lavaerde mit Blumensamen. „Wir hatten über Jahre Probleme mit Fremdaufwuchs und Müll“, sagt Volker Schirner, der Leiter des Gartenamts. „Und jetzt wollen wir das schöner machen.“

Volle Blüte erst im nächsten Jahr

Botanisch korrekt sind die roten, blauen und gelben Kleckse Kräuter. Die haben gegenüber Gras einen entscheidenden Nachteil. Sie wachsen zu langsam, die dünnen grünen Stängel sind im Frühjahr einfach schneller im Rennen um die sonnigen Plätzchen. Lavaerde ist die Lösung. „Die Substrate müssen abgemagert sein, damit sich die Kräuter durchsetzen und nicht die Gräser“, sagt Schirner.

In ein paar Wochen und mit etwas Regen, gerne auch am Sonntagvormittag, werden sich die Streifen „in eine geschlossene Decke verwandeln“, sagt der Amtschef. In seiner vollen Blüte wird das Beet sogar erst im nächsten Jahr stehen.

Weitbrecht ist froh, dass da niemand Schotter neben die Straße gekippt hat. Aber „vielleicht könnte das Gartenamt geeignete Hinweisschilder aufstellen“, sagt sie. Schließlich dürften nur die Wenigsten ahnen, dass dort Kräuter ihre Wurzeln schlagen. „Menschen laufen über die Beete oder fahren mit dem Fahrrad drüber“, sagt sie.

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