Bosch-Gebäudetechnik wächst langsam Viel Luft nach oben beim Internet der Dinge

Von fga 

Der neue und der alte Bosch-Gebäudetechnik-Chef: Christian Fischer (links) und Stefan Hartung. Foto: dpa
Der neue und der alte Bosch-Gebäudetechnik-Chef: Christian Fischer (links) und Stefan Hartung. Foto: dpa

Experten sehen im Internet der Dinge ein enormes Wachstumspotenzial. Bei der Gebäudetechnik-Sparte des Bosch-Konzerns geht es mit vernetzten Geräten dagegen kaum aufwärts – zumindest bislang.

Stuttgart - Vernetzte Heizungen, intelligente Feuermelder und schlaue Überwachungskameras: Bei der Bosch-Energie- und Gebäudetechnik sieht man große Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Internet-der-Dinge-Markt. Diese Transformation soll der neue Geschäftsführer Christian Fischer vorantreiben, der zum 1. Januar seinen Posten antritt. In den diesjährigen Geschäftszahlen dürfte sich das große Potenzial nur bedingt niederschlagen. Der Umsatz des Konzernbereichs wächst voraussichtlich um rund zwei Prozent von 5,4 auf 5,5 Milliarden Euro.

Internet der Dinge: Bosch nutzt Potenzial nicht

Dem steht eine rasante Entwicklung am Weltmarkt beim Internet der Dinge gegenüber. Der Gesamtumsatz in dem Bereich soll bis 2020 laut US-Marktforschern jährlich um mehr als ein Drittel steigen – auf ein Gesamtvolumen von 220 Milliarden Euro.

Den geringen Zuwachs bei Bosch begründet der scheidende Chef Stefan Hartung damit, dass der Großteil des Umsatzes mit Hardware wie Heizungen gemacht wird. Software und Dienstleistungen machen nur einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz der Umsätze aus, wachsen aber zweistellig. Die Hoffnungen in dem Bereich ruhen auf Bots – also Programmen, die bei Serviceanfragen eine Unterhaltung mit Kunden führen – und einem einheitlichen Kamera-Betriebssystem, mit dem Updates von Sicherheitskameras von verschiedenen Herstellern garantiert werden sollen.

Von der Unternehmensberatung auf den Bosch-Chefsessel

Bei der Präsentation der Zahlen hält sich der angehende Chef Fischer noch zurück. Seit zwei Monaten schnuppert er in das Unternehmen hinein. Es sei „zu früh, um zu sagen, dass ich total glücklich bin. In einem Monat kann ich mehr sagen“, so Fischer. Vor seiner Station bei Bosch war er Seniorpartner bei der Unternehmensberatung Roland Berger und sammelte bei einem Tec-Dax-Unternehmen Erfahrung im Bereich Internet der Dinge. Warum er bei Bosch gelandet ist? „Das müssen Sie die Teilhaber fragen“, sagt der 50-Jährige. Er habe sich nicht beworben, sondern Bosch sei auf ihn zugekommen.

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