Schalke muss am Wochenende in Dortmund antreten Foto: dpa

Titelrennen und Abstiegskampf: Die Brisanz vor dem 176. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 ist riesig.

Dortmund - Titelanwärter gegen Abstiegskandidat, Bayern-Jäger gegen Krisenklub: Die Kluft zwischen den Erzrivalen Borussia Dortmund und Schalke 04 könnte vor dem 176. Revierderby kaum größer sein. Die brisante Ausgangslage birgt für beide Vereine aber hohe Risiken. „Es sind zwei Mannschaften, die alles zu verlieren haben“, sagte BVB-Mittelfeldspieler Thomas Delaney vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/ARD).

Die Borussia darf im packenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Spitzenreiter Bayern München nicht patzen, Schalke benötigt jeden Punkt, um den vierten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu verhindern. „Wir können nicht lügen. Sie spielen um die Meisterschaft, wir um etwas anderes. Beide Teams haben Druck, der eine ist nur etwas positiver als der andere“, sagte Schalkes Coach Huub Stevens. Bemerkenswerte 42 Punkte trennen beide Mannschaften, mehr waren es noch nie.

Watzke stichelt gegen Bayern

Der tief gefallene Vizemeister hat nur eines seiner vergangenen 13 Pflichtspiele gewonnen, Dortmund hat in dieser Saison noch keines seiner 15 Heimspiele (13 Siege) verloren. Die Rollen sind entsprechend klar verteilt. „Wir sind Favorit, wir müssen gewinnen“, sagte Delaney. Die größte Hoffnung schöpfen die kriselnden Königsblauen aus der Eigendynamik des Derbys. Das legendäre 4:4 nach 0:4-Rückstand beim bisher letzten Aufeinandertreffen im Signal-Iduna-Park im November 2017 ist noch in bester Erinnerung. „Es wird kein normales Spiel“, ist sich BVB-Kapitän Marco Reus sicher. Der Nationalspieler will den Revierrivalen aber „weghauen, um oben dranzubleiben“.

Ein Sieg wäre für die Schwarz-Gelben ein gutes Omen. Zwei Erfolge in einer Saison gegen Schalke gab es zuletzt in der Meistersaison 2011/12 unter Trainer Jürgen Klopp. Und den neunten Meistertitel haben die Dortmunder trotz des Ein-Punkte-Rückstands auf die Bayern weiter fest im Visier. „Wenn die Meisterfeier auf dem Marienplatz stattfindet, kommen 3000 Leute plus 1500 Touristen, die gucken: Was ist denn da los, okay, da gehen wir auch mal vorbei. Bei uns wäre der Titel eine ganz andere Nummer. 70 Prozent der Deutschen drücken gefühlt Dortmund die Daumen“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei einem Besuch im Klubhaus des TSV Kirchdorf in Barsinghausen.

Erinnerungen an 2007

Die Schalker würden dem BVB die Meisterfeier gerne verderben und sich damit für die bittere Niederlage in Dortmund 2007 revanchieren. Am 33. Spieltag reisten die Königsblauen als Tabellenführer zum BVB, ehe ein 0:2 sie aus allen Titelträumen riss. „Mit einem Sieg wäre diese Saison ein bisschen besser“, sagte Abwehrspieler Benjamin Stambouli. Auch die zuletzt aufgebrachten Fans wären ein bisschen besänftigt.

Bei einer weiteren Pleite droht aber weiterhin das Horrorszenario Relegation. „Abstiegskampf drückt auf den Magen. Da schlafe ich nicht gut“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider dem Nachrichtenportal t-online.de. Der Klub habe „in vielen Bereichen sehr viel Luft nach oben, sonst wäre unsere Tabellensituation nicht so wie sie ist.“ Aber genau das, macht das Revierderby so brisant.

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