Patrick Owomoyela wurde 2006 selbst Opfer einer rassistischen Kampagne. Foto: dpa

Reinhard Rauball hat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen rassistischer Aussage kritisiert. Jetzt muss sich der Präsident von Borussia Dortmund mit verbalen Entgleisungen von Norbert Dickel und Patrick Owomoyela auseinandersetzen.

Dortmund - Den Gegner als „Itaker“ verunglimpft, auf Kosten der Spieler billige Witze gerissen und am Ende sogar Adolf Hitler parodiert: Nach einem geschmacklosen Auftritt von Stadionsprecher Norbert Dickel und Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela hat Borussia Dortmund „ihr Fehlverhalten sanktioniert“ und dem Duo „unmissverständlich verdeutlicht, dass ihr Versuch witzig zu sein vollkommen schiefgelaufen ist, absolut deplatziert war und derlei Äußerungen bei uns keinen Platz haben“. 

Dickel und Owomoyela gaben sich nach den peinlichen Vorkommnissen bei der Übertragung des Testspiels gegen Udinese Calcio am 27. Juli (4:1) im österreichischen Altach reumütig und entschuldigten sich für ihr Fehlverhalten. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten hat es bereits tags darauf im Trainingslager in Bad Ragaz eine Unterredung mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegeben.

Laut BVB seien sie „zutiefst enttäuscht von sich selbst“ gewesen. „Beide haben ihr Fehlverhalten öffentlich eingestanden und versprochen, dass sich derlei nicht wiederholen wird“, hieß es in der nach einem WDR-Bericht veröffentlichten Stellungnahme des Fußball-Bundesligisten.

„Wir machen ja nur Spaß“

Dickel bezeichnete die Spieler des Gegners bei der Übertragung auf dem vereinseigenen Kanal BVB.tv als „Itaker“, Udine-Profi Kevin Lasagna hieß plötzlich Kevin Lasagne. „Wir wollen natürlich niemanden verärgern, falls hier Fans von Udinese Calcio zuhören. Wir machen ja nur Spaß“, sagte Owomoyela während der ersten Halbzeit. 

Mit dem Spaß war es spätestens in der zweiten Hälfte vorbei, als sich das Duo weiter in Wort und Ton vergriff. Nach einem Unwetter wurde das Spiel in den zweiten 45 Minuten zu einer Wasserschlacht - daraufhin parodierte Owomoyela Hitler und erklärte, dass „große Schlachten geschlagen wurden.“

Owomoyela wurde vor der WM 2006 in Deutschland Opfer einer rassistischen Kampagne der fremdenfeindlichen NPD. Der ehemalige Nationalspieler wurde im DFB-Trikot abgebildet, dazu war zu lesen: „Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe!“

Von einigen BVB-Fans wurden die Äußerungen des Kommentatoren-Duos heftig kritisiert. Dickel und Owomoyela betonten bei der nächsten Übertrag vom Testspiel in St. Gallen (4:1), dass sie „neben der Spur waren.“ Sie versprachen, dass sich so eine Entgleisung nicht wiederholen werde. Das Video des Spiels gegen Udinese Calcio wurde von der BVB-Homepage gelöscht.

Präsident Reinhard Rauball hatte zuletzt Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen rassistischer Aussage kritisiert. Der Auftritt von Dickel und Owomoyela war ebenfalls daneben.

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