Der Spieler kann aus einer Reihe von Kämpfern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Qualitäten wählen. Foto: 2K Games

Borderlands 3 macht alles so gut wie oder gar besser als seine Vorgänger – und vor allem mehr von allem. Ist es am Ende sogar ein bisschen zu viel? Wir haben den Ballerspaß getestet.

Stuttgart - Bereits wenige Tage nach Erscheinen schäumt der Publisher 2K Games vor Freude: Der neue Shooter Borderlands 3 habe sich binnen fünf Tagen nach dem Release bereits mehr als fünf Millionen Mal verkauft, teil das Unternehmen mit. Schon die ersten Teile sind Erfolge gewesen und haben eine ebenso breite wie begeisterte Fangemeinde um sich geschart.

Dass der dritte Aufguss ein Erfolg werden würde, ist keineswegs ausgemacht gewesen. Die ersten Borderlands-Teile liegen immerhin schon fünf und sieben Jahre zurück. Gleichwohl haben sich die Fans offenbar nach einer Rückkehr auf den öden Planeten Pandora gesehnt.

Ob der Hype um den durchgedrehten Shooter gerechtfertigt ist, klären wir im Test.

Inhalt

Die mörderischen Zwillinge Tyreen und Troy Calypso haben alle Banditen-Clans unter sich vereint und wollen sich eine Handvoll in Schatzkammern verborgene Kreaturen unter den Nagel reißen, um gottgleiche Kräfte zu erreichen. Dem infernalischen Duo stellen sich die aus früheren Teilen bekannten Crimson Raiders unter der Führung von Lilith entgegen. Der Spieler schließt sich den Raiders an und schon steckt er mitten im Getümmel.

Sehen Sie hier den Trailer von Borderlands 3:

Hat da jemand „Klischee“ gemurmelt? In Borderlands zählen andere Dinge: Der Spieler hat eine Auswahl aus vier schrägen Charakteren, die hier Kammerjäger heißen, mit denen er sich in die Kämpfe stürzen kann. Wir haben den Bestienmeister ausprobiert, der ein Begleittier hat, das sich tapfer schlägt und so manchen Kugelhagel auf sich lenkt.

Und davon gibt es mehr als genug: Wie bei den Vorgängern besteht der wesentliche Inhalt von Borderlands 3, sich den Weg gegen zahlreiche Banditen und allerlei Getier frei zu schießen, sowie Waffen, Munition und sonstige Goodies einzusammeln – und das massenhaft. Schließlich handelt es sich um einen so genannten Loot Shooter.

Ausgelegt ist Borderlands 3 als so genannter Koop-Shooter, in dem echte Spieler sich gemeinsam den Herausforderungen stellen können. Es hat allerdings auch eine umfangreiche Einzelspielerkampagne aufzuweisen.

Stärken

Borderlands 3 macht alles richtig, ohne wirklich zu verblüffen. Die Macher sind bei der bekannten, comicartigen Cel-Shading Grafik geblieben, die einen wichtigen Teil des Charmes von Borderlands ausmacht und bestens zum überdrehten Humor des Spiels passt.

Die Gegner sind auch im niedrigen Schwierigkeitsgrad alles andere als Kanonenfutter und verlangen ganze Aufmerksamkeit. Die Schießereien und Kämpfe sind kernig und bieten je nach Waffe durchaus unterschiedliche Erfahrungen vom turbulenten Scharmützel bis hin zum Scharfschützeneinsatz, bei dem der Spieler ein Banditennest aus der Ferne säubert.

Das vorhandene Waffenarsenal ist unüberschaubar groß und in verschiedene Marken mit jeweiligen Stärken und Schwächen unterteilt – ein El Dorado für Tüftler und Plünderer, die ihre Spielzeit gerne damit füllen, Dutzende von Kisten zu öffnen, gemeuchelte Gegner auszunehmen und nach der perfekten Wumme zu suchen.

Schwächen

Nennenswerte Aussetzer leistet sich Borderlands 3 nicht – weder technisch noch spielerisch. Wer die ersten beiden Teile mochte, bekommt im dritten Teil mehr vom Gleichen, und das auf höchstem Niveau – diverse Planeten über das bekannte Pandora hinaus inklusive. Wer beim Ballern gerne mal den Überblick verliert und Waffen sammelt wie Eichhörnchen Nüsse, ist mit dieser Tom&Jerry-Version von The Divison 2 bestens bedient.

Weil Borderlands 3 das, was es am besten kann, so konsequent durchzieht, ist seine große Stärke zugleich auch die wesentliche Schwäche: Wer einerseits innovatives Gameplay sowie eine atmosphärische, fesselnde Geschichte sucht und andererseits genervt ist, wenn er sich länger als eine Minute mit der Waffenauswahl beschäftigen muss, der sollte um Borderlands 3 einen Bogen machen.

Negativ fallen außerdem die kleinen Schriften in den Menüs und ein eher unverständlich gestaltetes Fähigkeitensystem auf.

Fazit

Borderlands hat mit dem dritten Teil nahezu Perfektion erreicht – wen man das überdrehte Konzept einschließlich Fäkalhumor mag.

Borderlands 3 ist für PC und alle Konsolen erschienen und kostet je nach Version von 45 bis 86 Euro.

Grafik4 von 5

Spielspaß5 von 5

Athmosphäre4 von 5

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