Bei dem tragischen Bootsunglück Ende November in Ägypten starb auch ein 38-jähriger Mann aus Mönchweiler. Das Auswärtige Amt hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet, um den Unglückshergang aufzuklären.
Die Anteilnahme in Mönchweiler ist groß – in den vergangenen Wochen hatte sich schnell herumgesprochen, dass auch ein aus der Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis stammender Mann zu den Todesopfern des tragischen Bootsunglücks Ende November vor der ägyptischen Küste gehört.
Dies wurde dem "Schwarzwäler Boten" aus verschiedenen Quellen bestätigt. Der 38-Jährige hatte an einem Villinger Gymnasium sein Abitur gemacht, studierte anschließend Medizin und lebte zuletzt in Berlin.
Ausflug mit Tauchgängen geplant
Der begeisterte Weltenbummler und Abenteurer war gemeinsam mit 44 weiteren Menschen an Bord der „Sea Story“, darunter 31 Touristen aus verschiedenen Ländern. Die Motorjacht war nahe der ägyptischen Stadt Marsa Alam gestartet und sollte nach einem fünftägigen Ausflug mit Tauchgängen weiter nördlich in Hurghada anlegen. Doch dazu kam es nicht.
Am frühen Montagmorgen, 26. November, hatte die Crew Medienangaben zufolge einen Notruf abgesetzt, nachdem das mehrstöckige Luxusboot von einer großen Welle getroffen wurde. Es kenterte offenbar innerhalb von fünf Minuten – viele Menschen an Bord wurden wohl im Schlaf von dem Unglück überrascht, einige hätten es deshalb nicht mehr rechtzeitig aus ihren Kabinen geschafft.
Ein weiterer Deutscher vermisst
Vier Menschen, unter ihnen der 38-Jährige und eine Frau aus München, konnten nur noch tot geborgen werden. Bislang werden offenbar weiterhin acht Menschen vermisst, nach Angaben des Auswärtigen Amtes befindet sich darunter noch ein weiterer Deutscher.
Das Auswärtige Amt hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks und der Tatsache, dass sich insgesamt sechs Deutsche an Bord befanden, in die Angelegenheit eingeschaltet. Ein Team der Deutschen Botschaft, darunter auch eine Kooperationsärztin, sei nach Marsa Alam entsandt worden, um die Deutschen dort zu unterstützen.
Zusammenarbeit mit Villinger Revier
Bei der Benachrichtigung der Angehörigen in Deutschland setzte man auch auf die Zusammenarbeit mit der Polizei vor Ort, in diesem Fall dem Polizeirevier in Villingen. „Die Familien der verstorbenen und vermissten deutschen Personen wurden durch die örtlich zuständigen Polizeibehörden in Deutschland über den Unglückshergang informiert“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.
Wie eine Sprecherin erklärt, steht die Botschaft in Kairo sowohl mit den Überlebenden als auch mit den Familien des Vermissten sowie der beiden ums Leben gekommenen Deutschen in direktem und fortwährendem Kontakt und betreut diese konsularisch.
Zusammenarbeit mit Behörden vor Ort
Die deutschen Behörden haben sich ebenfalls in die Ermittlungen zur Unglücksursache eingeschaltet. „Mit den ägyptischen Behörden führen wir fortlaufend Gespräche, auch hochrangig, um den Unglückshergang aufzuklären“, heißt es hierzu aus dem Auswärtigen Amt.
Die genaue Ursache des Unglücks bleibt bislang weiterhin unklar. Während die Ermittlungen vor Ort andauern, setzen deutsche und ägyptische Behörden ihre Zusammenarbeit fort, um Licht in die Tragödie zu bringen. Für die Angehörigen der Opfer bleibt die Hoffnung, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.