Empfohlen wird die dritte Corona-Impfung nach etwa 6 Monaten, aber ist die Auffrischungsimpfung auch früher möglich? Foto: Firn / Shutterstock.com

Die dritte Corona-Impfung wird etwa 6 Monate nach der zweiten empfohlen, aber kann man sich auch schon früher boostern lassen?

Die steil ansteigenden Infektionszahlen erreichen deutschlandweit neue Höchststände, was dazu führt, dass auch die Belegung der Intensivbetten in den Ländern durch COVID-19-Patienten immer weiter steigt. Grund dafür ist vor allem die noch zu niedrige Impfrate, da es sich bei dem Großteil der COVID-19-Fälle um Ungeimpfte Personen handelt(1). Auch die Bedeutung von Boosterimpfungen nimmt mehr und mehr zu, da die Schutzwirkung aller COVID-19-Impfstoffe mit der Zeit abnimmt(2,3) und die Corona-Impfungen ihre stabilste Wirksamkeit haben, wenn diese in drei Impfungen verabreicht wird.

Wer hat Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung?

Im September und Oktober veröffentlichte die Ständige Impfkommission (STIKO) die ersten Empfehlungen zu Auffrischungsimpfungen. Dabei wurde vor allem Personen über 70 Jahren und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen eine Priorität bei Auffrischungsimpfungen zugesprochen. Empfohlen werden Auffrischungsimpfungen für diese Gruppen von der STIKO vor allem deswegen, weil der Schutz der Grundimmunisierung insbesondere im hohen Alter nachlasse(4).

Angesichts der nur sehr langsam steigenden Zahl an Booster-Impfungen in den letzten Monaten und den ständig neuen Höchstwerten an Neuinfektionen in den letzten Wochen wächst ebenfalls die Kritik am Booster-Impftempo, welches auch Gesundheitsminister Jens Spahn bereits kritisierte(5). Auf der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 05. November sprachen sich deshalb Bund und Länder für eine Auffrischungsimpfung für alle aus.

Auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) heißt es nun, dass grundsätzlich alle Bürger ab 12 Jahren Anspruch auf eine Booster-Impfung und die Übernahme der Kosten haben, wenn diese mindestens 6 Monate zurückliegt(6,7). Personen aus Risikogruppen sollten allerdings bei Impfungen priorisiert werden.

Ist eine Booster-Impfung früher als 6 Monate möglich bzw. sinnvoll?

Prinzipiell ist somit eine Booster-Impfung erst möglich, wenn die letzte Impfung der Grundimmunisierung mindestens 6 Monaten her ist. Das gilt sowohl für die meisten Risikogruppen als auch für Nicht-Risikogruppen. Ausgenommen sind lediglich Personen, die ihre Impfung mit Johnson & Johnson erhalten haben und Personen mit einer schweren Immunschwäche oder Immunsuppression(8).

Aus immunologischer Sicht macht eine frühere Auffrischungsimpfung allerdings auch wenig Sinn, da zum einen vor allem in den ersten Monaten nach der Impfung ein hervorragender Schutz bestehe und zum anderen aus Erfahrungen von anderen Impfungen die Wirkung einer Impfauffrischung selbst erst nach längerer Zeit am effektivsten und der Nutzen somit am größten ist. Durchgeführt werden die Booster-Impfungen mit Biontech und Moderna.

Wer führt Booster-Impfungen durch?

Booster-Impfungen können von niedergelassenen Ärzte, mobilen Impfteams, Impfzentren oder durch Betriebsärzte durchgeführt werden. Die Organisation und Durchführung liegt dabei in der Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer.

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