Noch ist der Sitz der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in London. Aufgrund des Brexits soll der Standort in eine andere europäische Stadt verlegt werden. Foto: AP

Bonn hatte sich um den neuen Sitz der EU-Arzneimittelbehörde beworben, ist nun aber ausgeschieden. Die Chancen für eine andere deutsche Stadt, eine EU-Behörde für sich zu gewinnen, haben sich dadurch erhöht.

Brüssel - Bonn ist bei der Neuvergabe des Sitzes der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in der ersten Wahlrunde ausgeschieden. In die zweite Runde bei der Abstimmung der EU-Europaminister kamen Amsterdam, Kopenhagen und Mailand, wie Diplomaten am Montag in Brüssel mitteilten.

Die Behörde muss ebenso wie die europäische Bankenaufsicht EBA wegen des EU-Austritts Großbritanniens ihren Sitz in London aufgeben. In der ersten Wahlrunde konnte jedes der 27 EU-Länder ohne Großbritannien sechs Stimmen abgeben: drei für seinen favorisierten Kandidaten, zwei für den zweitbesten und einen für den drittbesten.

Deutschland noch bei EBA im Rennen

Wie Diplomaten mitteilten, erhielt Mailand mit 25 die meisten Punkte. Kopenhagen und Amsterdam kamen demnach jeweils auf 23 Stimmen. Ursprünglich hatte das Bewerberfeld 19 Staaten. Kurz vor Beginn des Votums hatten sich aber drei EU-Länder zurückgezogen: Irland, Kroatien und Malta. Die irische Regierung begründete dies damit, die Kandidatur für die EU-Bankenaufsicht stärken zu wollen.

Über die EBA wird nach dem Zuschlag der Arzneimittelbehörde abgestimmt. Deutschland bewirbt sich für diese Behörde mit Frankfurt am Main. Jedes EU-Land kann nach den Regeln aber nur eine der beiden Agenturen bekommen.

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