Die Straßen am Rand der Sperrzone bleiben offen. Foto: Stadt Göppingen

An diesem Sonntag von 7 Uhr an wird ein großer Teil der die Göppinger Oststadt zum Evakuierungsgebiet. Auf dem EVF-Gelände muss eine mutmaßliche Weltkriegsbombe entschärft werden.

Göppingen - Zwischen dem Volksbank-Rundling und der Abzweigung zum Galgenberg, zwischen dem Barbarossasee und dem Handball-Kreisel wird die Göppinger Oststadt an diesem Sonntag weitgehend leer sein. Weil auf dem Baustellengelände der Energieversorgung Filstal (EVF) eine Fliegerbombe – so es denn wirklich eine ist – entschärft werden muss, sind 2600 Menschen dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Spätestens um 7 Uhr muss der Bereich komplett evakuiert sein. Bereits von 6.30 Uhr an werden zudem die ersten Straßen gesperrt. Wie lange, ist noch offen.

Dies hängt unter anderem davon ab, zu welchen Erkenntnissen Ralf Vendel kommt. Der Leiter des baden-württembergischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes wird von 6 Uhr an am Einsatzort sein, um zunächst einmal zu klären, ob es sich bei dem vor einigen Wochen in sechs Meter Tiefe steckenden Objekt wirklich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, oder ob es lediglich ein anderes längliches Etwas aus früheren Zeiten ist.

Bis jetzt gibt es noch etliche unbekannte Größen

Sollte sich der Verdacht nach dem Entfernen der restlichen Bodenschicht bestätigen, wird er seine Kollegen in Marsch setzen, die dann von ihrer Dienststelle in Sindelfingen (Kreis Böblingen) mit dem großen Räumungsbesteck nach Göppingen aufbrechen. Was dann kommt, lässt sich ebenfalls noch nicht abschätzen: Kann der Blindgänger entschärft werden, wird er verladen und abtransportiert werden. Geht das nicht, aus welchen Gründen auch immer, wird kontrolliert gesprengt.

Festgelegt wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst auch der Zuschnitt des Evakuierungsgebiets. Zunächst wurde um den Fundort ein 500 Meter großer Radius gezogen. Dass dieser inzwischen reichlich ausgefranst ist, hat mehrere Ursachen, wie Olaf Hinrichsen erklärt, der Pressesprecher der Stadt Göppingen. Zum einen spielt dabei die Topografie eine Rolle, zum zweiten der Zuschnitt der Baugrube und zum dritten die rund um das EVF-Gelände herrschende Gebäudesituation. So kommt es etwa, dass die Altenpflegeeinrichtungen der recht nahe gelegenen Wilhelmshilfe nicht geräumt werden müssen, während die wesentlich weiter entfernte Heubachstraße oder auch die Kleberstraße noch zum gesperrten Bereich gehören.

Wer am Sonntag dennoch nach Göppingen möchte, um etwa der Familienmesse in der Stadthalle oder der Gartenmesse im Stauferpark einen Besuch abzustatten, sollte sich in jedem Fall auf Umwege einstellen. Wie lange diese benutzt werden müssen, ist, wie schon gesagt, noch unklar.

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