Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen die Fatih-Moschee in Pforzheim. Foto: SDMG/SDMG / Gress

Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen am Dienstagabend die Fatih-Moschee in Pforzheim. Der Grund: Eine Bombendrohung per E-Mail. Es ist der zweite Polizeieinsatz im muslimischen Gotteshaus innerhalb kurzer Zeit.

Pforzheim - Aufregung rund um die Fatih-Moschee in Pforzheim: Das muslimische Gotteshaus in der Oststadt musste am Dienstagabend von Einsatzkräften der Polizei abgeriegelt werden. Zuvor war eine Bombendrohung per E-Mail bei Gemeindemitgliedern eingegangen, die gegen 17.03 Uhr die Beamten benachrichtigen, teilt ein Sprecher der Polizei auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Einsatzkräfte evakuierten daraufhin das Gelände rund um die Moschee, auch ein Spürhund kam zum Einsatz. In der Drohung sei die Explosion der Bombe auf 18 Uhr angekündigt worden, so der Polizeisprecher. Aus Vorsicht wurde ab dem angekündigten Zeitraum das Gebiet um die Moschee für 15 Minuten weitläufig gesperrt. Betroffen war auch ein Teil der Bundesstraße 10 sowie Gleise der Deutschen Bahn.

Zweite Drohung innerhalb kurzer Zeit

Die Polizei gab um 18.40 Uhr Entwarnung. Weder sei eine Bombe noch ein verdächtiger Gegenstand in oder um die Moschee gefunden worden, so der Polizeisprecher. Es ist die zweite Bombendrohung gegen die Fatih-Moschee innerhalb kurzer Zeit. Vor knapp zwei Wochen wurde per Mail angekündigt, dass eine Bombe am Haupteingang liegen würde – auch beim damaligen Einsatz fand die Polizei nichts.

Durch den ähnlichen Ablauf der beiden Drohungen liegen Parallelen der beiden Fällen im Bereich des Möglichen, sagt der Polizeisprecher. Die Ermittlungen zu den Hintergründen durch die Kriminalpolizei des Präsidiums Pforzheim und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe würden aber derzeit noch andauern.

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Erster Bürgermeister Dirk Büscher haben sich noch am Abend zur Fatih-Moschee begeben. „Die Stadt Pforzheim und – da sind wir sicher - die Pforzheimer Stadtgesellschaft als Ganzes stehen solidarisch zu ihren muslimischen Mitbürgern: Wir dürfen nicht zuschauen, wie eine Bevölkerungsgruppe durch wiederholte Drohungen massiv verunsichert und eingeschüchtert werden soll“, heißt es in einer Mitteilung der beiden Politiker.

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