Was macht die Fed-Chefin Janet Yellan als nächstes? Foto: AP

Der zurzeit stärkere Euro ist für die deutsche Wirtschaft zweischneidig: Er steht für die Stärke der europäischen Konjunktur, verteuert aber die Exporte, schreibe Klaus Dieter Oehler.

Stuttgart - Donald Trump kann tun und lassen, was er will – die US-Wirtschaft lässt sich offenbar bisher nicht von den politischen Eskapaden des seit Januar regierenden US-Präsidenten beeinflussen. Politik floppt, Konjunktur top, fasst die Investmentbank Julius Bär dies in einer Analyse zusammen.

In der Tat ist die wirtschaftliche Lage in der größten Volkswirtschaft der Welt nicht schlecht, das könnte der Zentralbank Fed durchaus Spielraum für weitere Zinserhöhungen beziehungsweise für die weitere Rückkehr zu normalen Verhältnissen geben. Aber man darf auch nicht übersehen, dass auch Europas Wirtschaft so stark ist wie lange nicht mehr. Zusammen mit den politischen „Flops“ aus Washington führt das dazu, dass die Gemeinschaftswährung Euro deutlich an Wert gegenüber dem US-Dollar gewonnen hat – und ein Ende sei nicht in Sicht, meinen die Experten.

Zwiespältige Situation für die Anleger

Eine für Anleger eher zwiespältige Situation. Auf der einen Seite spricht die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen, die sie in den Halbjahresberichten gerade unter Beweis gestellt haben, für steigende Kurse. Auf der anderen Seite ist der starke Euro für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft eher ein Bremsklotz, was nun wieder nicht für hohe Bewertungen sprechen würde. Nun, auf jeden Fall scheint sich der Markt ein bisschen beruhigt zu haben, möglicherweise auch durch die Sommerpause. Die Kursverluste der vergangenen Wochen – ausgelöst durch die Eurostärke sowie die Dieselkrise und die Kartellvorwürfe gegen die Autobauer – machten heimische Titel günstig.

Zu den wenigen Konjunkturdaten, die in der neuen Woche anstehen, gehört die deutsche Industrieproduktion am Montag. Am Tag darauf folgen die Zahlen zur Handelsbilanz. Den Abschluss bilden am Freitag die endgültigen Inflationszahlen für Juli. Am selben Tag stehen auch die US-Verbraucherpreise auf der Agenda. Eine anziehende Teuerung könnte der Diskussion über die Geldpolitik der US-Notenbank Fed neue Nahrung geben. Bei den Aktienwerten stehen wieder Firmenbilanzen im Fokus. In der neuen Woche legen aus dem Dax unter anderem Deutsche Post (Dienstag), Münchner Rück und der Versorger Eon jeweils am Mittwoch Zahlen vor.

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