Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet die Wall Street und andere Börsen. Foto: AFP

Die Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch nach einem Erholungstag schon wieder panisch die Reißleine gezogen. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um mehr als drei Prozentpunkte.

New York - Die Furcht vor einer weltweiten Rezession hat die Börsen fest im Griff. An der Wall Street verbuchten am Mittwoch alle drei Indizes Verluste von etwa drei Prozent. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 25.479 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 bei 2840 Zählern und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei knapp 7774 Punkten. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 2,2 Prozent auf 11.492,66 Zähler und 3284,22 Punkte.

Zollstreit zwischen USA und China wirkt sich aus

Genährt wurde die Rezessionsangst von einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten und der Entwicklung am US-Anleihemarkt. Dort stieg die Rendite der zweijährigen Bonds erstmals seit 2007 und damit den Zeiten der Finanzkrise zeitweise über diejenige der zehnjährigen. Üblicherweise rentieren länger laufende Anleihen höher als kürzer laufende. Diese sogenannte inverse Zinskurve habe in sieben von neun Fällen einen Konjunkturabschwung korrekt vorhergesagt, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Allerdings dauere es meist ein bis zwei Jahre, bevor die Wirtschaft in eine Rezession rutsche.

„Der Zollstreit zwischen den USA und China hat bereits einen Einfluss auf die Konjunktur“, sagte Christophe Barraud, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Market Securities. „Vor allem, wenn man sich vom weltweiten Handel abhängige Staaten wie Deutschland anschaut.“ Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 0,1 Prozent. Die chinesische Industrieproduktion wuchs so langsam wie seit 17 Jahren nicht.

Banken geraten unter Druck

Die Entwicklung an den Anleihemärkten setzte vor allem Banken zu, weil sie es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich an den Bondrenditen. Der europäische Banken-Index fiel zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 116,98 Punkten. An der Wall Street gaben die Titel von Instituten wie Bank of America, Citigroup und JPMorgan bis zu 5,3 Prozent nach.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Technologiewerte. So verloren die Aktien der Chip-Hersteller Intel und AMD bis zu 5,8 Prozent. Die Papiere des iPhone-Machers Apple büßten knapp drei Prozent ein.

Die zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen 28/32 auf 100-12/32. Die Rendite sank auf 1,5826 Prozent. Der 30-jährige Bond legte um 2-20/32 auf 105-04/32 zu und rentierte mit 2,0207 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,06 Milliarden Aktien den Besitzer. 713 Werte legten zu, 3180 gaben nach und 160 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,46 Milliarden Aktien 499 im Plus, 2659 im Minus und 151 unverändert.

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