Der Böblinger Gemeinderat steht weiterhin mehrheitlich hinter den Planungen für den Schlossberg-Neubau – doch es bleiben Zweifel.
Dieses Großprojekt wird den Gemeinderat noch lange beschäftigen – so viel steht fest. Seit Jahren hangeln sich die Lokalpolitiker bei den Planungen zur Böblinger Schlossberg-Neubebauung von Verfahrensschritt zu Verfahrensschritt. Dass die notwendigen archäologischen Grabungen satte 800 000 Euro anstatt zunächst veranschlagter 100 000 Euro kosten werden, löste vor zwei Wochen im Technischen Ausschuss ein kleines Beben aus. Beschlossen wurde die Vergabe trotzdem. Und daran änderte auch die Gemeinderatssitzung an diesem Mittwoch nichts. Doch weiterhin gibt es im Gremium sowohl grundsätzliche Zustimmung als auch rigorose Ablehnung. Und immer wieder werden Zweifel artikuliert, ob man überhaupt in die richtige Richtung geht.
Diesmal war es Hans-Dieter Schühle, altgedienter CDU-Stadtrat, der sein Unbehagen äußerte. „Die Rahmenbedingungen haben sich zuletzt stark verändert“, meinte er, „die Baukosten steigen, die Steuerschätzungen sagen nichts Gutes voraus – können wir uns dieses Projekt wirklich leisten?“ Wenn VHS und Bibliothek in den Neubau auf dem Post-Areal am Böblinger Bahnhof ziehen würden, wäre im Höfle doch auch ein großes Gebäude frei, das sich anderweitig nutzen lasse. Braucht es dann einen Schlossberg-Neubau? „Wir stellen oft fest, dass Teile der Bevölkerung irritiert sind, was da geplant wird.“
Die SPD-Stadträtin und Stadtkirchen-Pfarrerin Gerlinde Feine hielt dagegen: „Wir brauchen jetzt die Grabungen, um dann Klarheit zu haben, was überhaupt möglich ist“, sagte sie. Sie halte nichts davon, dass regelmäßig irgendwelche Gebäude in der Stadt – von Einkaufszentrum über VHS bis Bibliothek – als Alternativen ins Spiel gebracht würden. „Lasst uns die Ergebnisse der Grabungen abwarten – dann sehen wir weiter.“
Oberbürgermeister Stefan Belz versprach, verantwortungsvoll mit dem Thema umzugehen und den Gemeinderat zu jedem Schritt umfassend zu informieren.