Wird die Gäubahnstrecke 2025 in Vaihingen oder Stuttgart-Nord gekappt? Auch die Grünen der Region Stuttgart fordern den Weiterbetrieb zum Endbahnhof bis 2028.
Wird die Gäubahnstrecke, auf der die Intercity-Züge von Zürich über Böblingen nach Stuttgart fahren, ab 2025 in Vaihingen oder Stuttgart-Nord gekappt? Diese Frage treibt seit Monaten die Bahnreisenden und die Lokalpolitik um. Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) fordert, dass die Fahrt bis nach Stuttgart drei Jahre länger möglich ist – und erhält jetzt Rückendeckung von seinen Parteikollegen aus der Regionalversammlung.
Zweifel an Argumenten
Nach den bisherigen Plänen soll die Strecke ab 2025 gekappt werden, um das Gleisfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs abräumen zu können. Neben dem Gäubahn-Ende in Vaihingen wird auch ein Ende in Stuttgart-Nord diskutiert – in jedem Falle müssten die Reisenden auf dem Weg zum Hauptbahnhof auf die S-Bahn umsteigen. Erst wenn der geplante Pfaffensteigtunnel zwischen Böblingen/Sindelfingen und dem Flughafen in etwa zehn bis zwölf Jahren fertig würde, könnten die Intercity-Reisenden wieder direkt fahren. Kein Zustand, findet der Böblinger OB Belz – und nun auch die Regionsgrünen.
Die Argumentation der Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm beim Klärungstreffen vor zehn Tagen sehen sie kritisch. Dass die Brücken und Anlagen für den Weiterbetrieb der Gäubahn in den Kopfbahnhof zu marode seien, um einen sicheren Betrieb ab Januar 2026 zu gewährleisten, sei fraglich. „Hier stimmt etwas nicht, denn die Qualität der bestehenden Anlagen ist laut DB-Angaben vergleichbar mit gut einem Drittel der Bahnanlagen in Baden-Württemberg. Die werden jetzt ja wohl nicht alle zum 1. Januar 2026 in sich zusammenfallen“, sagt André Reichel, der Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Regionalversammlung. Dass die Gäubahn ab 2025 gekappt wird – daran hat aber auch die Stadt Stuttgart großes Interesse, denn sie möchte das jetzige Gleisfeld, wie im Rahmen von „Stuttgart 21“ geplant, endlich bebauen.
Gnadenfrist bis 2028?
Dennoch halten die Regionsgrünen den Vorstoß von Stefan Belz für sinnvoll und vielversprechend. Dieser hatte vorgeschlagen, wenige Gleise am Stuttgarter Kopfbahnhof zumindest bis 2028 noch weiter zu betreiben, um die umstiegsfreie Fahrt nach Stuttgart zu sichern. Gleichzeitig wird parallel über die Verlängerung der S-Bahn bis Horb oder gar Singen nachgedacht.