Böblingen Stark verweste Leiche ist identifiziert

Von rmu/kat 

Nach dem Fund einer Leiche in Böblingen haben die Ermittler die Tote identifiziert. Die Todesursache allerdings gibt auch nach einer Obduktion Rätsel auf.

Böblingen - Nach dem Fund einer Leiche in der Nähe der S-Bahn-Gleise in Böblingen haben die Ermittler die Tote identifiziert. Es handele sich wie bereits am Dienstag vermutet um die sterblichen Überreste einer 78 Jahre alten Frau, die Ende Oktober 2016 als vermisst gemeldet worden war, berichtet die Staatsanwaltschaft.

Die 78-Jährige hatte vor zwei Jahren trotz umfangreicher Suchmaßnahmen nicht gefunden werden können. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung des Fundorts sei nun der Führerschein der Vermissten gefunden worden. Hinweise auf die Todesursache förderte eine Obduktion, die im Verlauf des Mittwochs durchgeführt worden war, nicht zu Tage. Allerdings ergäben sich auch keine Hinweise auf einen gewaltsamen oder durch Dritte verschuldeten Tod, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Fundort an der Bahnlinie

Der bereits skelettierte Körper war am Dienstagnachmittag im Zuge von Gartenarbeiten an der Bahnlinie in der Vaihinger Straße gefunden worden. Er lag im Zwischenraum zwischen einem Parkhaus und einer Sichtschutzwand. Der Bereich war weiträumig abgesperrt worden. Zur Dokumentation des Fundorts war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz gewesen.

Um einen ähnlichen Fall musste sich die Kriminalpolizei erst im vergangenen Jahr in Herrenberg kümmern. Ende Februar 2017 hatten Spaziergänger einen Schädel im Wald gefunden. Es dauerte zwar mehrere Wochen, aber am Ende konnte ein seit Jahrzehnten ungeklärter Vermisstenfall gelöst werden. Die Ermittler hatten auch damals von Anfang an den Verdacht gehegt, dass es sich um eine vermisste handelte und nicht um das Opfer einer Gewalttat. Der Schädel gehörte zu den sterblichen Überresten einer Frau, die im September des Jahres 1998 in Herrenberg vermisst gemeldet worden war. Die damals 24-Jährige war aus einem Wohngebiet verschwunden, das nahe des Fundorts im Wald bei Herrenberg liegt. Die Frau galt als selbstmordgefährdet. Dass sie durch ein Verbrechen ums Leben kam, schlossen die Ermittler aus.

Wie die 78 Jahre alte Frau auf das Werksgelände kam, dazu macht die Polizei keine Angaben. Auch zu ihrem Gesundheitszustand vor dem Verschwinden gibt es in der Mitteilung keine Information.

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