Eine Apotheke fehlt noch. Laut dem Centermanager laufen derzeit aber aussichtsreiche Vertragsverhandlungen. Foto: factum/Granville

Mit dem Einzug des TK Maxx Store und des Media Markt, der im Mai öffnet, sind 95 Prozent der Verkaufsfläche vermietet. Die Händler klagen über zu wenig Kunden.

Böblingen - Die Kundenfrequenz und die Umsätze ließen noch zu wünschen übrig, ist allgemein von den Gewerbetreibenden in den Böblinger Mercaden zu hören. Das soll sich nun ändern. An diesem Donnerstag eröffnet ein TK Maxx Store auf 1500 Quadratmetern. Und in etwa zwei Monaten wird das Einkaufszentrum mit dem Media

Markt den von vielen Kunden ersehnten Elektronik- und Haushaltsgeräteanbieter haben. „Unser Branchenmix ist damit nahezu komplett“, sagt der Centermanager Jochen Klemens. Was nun noch fehle, sei eine Apotheke. Momentan liefen aber aussichtsreiche Vertragsverhandlungen. Wenn es zu einem Abschluss komme, dann seien fast 100 Prozent von den rund 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche vermietet, sagt Klemens.

Der TK Maxx-Laden ist ein sogenanntes Off-Price-Einzelhandelsunternehmen. Die Firma möchte die Kunden mit modernen Top-Marken und Designer-Labels anlocken, bietet seine Artikel bis zu 60 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung an, die Hersteller, Importeure und Großhändler festlegen. Dafür gibt es bei TK Maxx keine Schlussverkäufe. Zum Sortiment zählen hauptsächlich Bekleidung, aber auch Accessoires, Geschenk- und Schönheitsartikel, Gartenmöbel, Haushaltswaren, Lebensmittel und noch einiges mehr.

Mit dem Umsatz nicht wirklich zufrieden

Auch K&L Ruppert etwa führt Mode und Textilien in den Mercaden, doch gibt die Firma einen Teil ihrer Ladenfläche an den Media Markt ab und zieht sich aus dem Obergeschoss zurück. Laut K&L Ruppert sei die Nachfrage nicht so groß gewesen wie erwartet, sodass man sich deshalb verkleinert habe. „Die Kundenfrequenz könnte noch besser sein“, sagt auch Mara Naumann, die Filialleiterin des Modeladens S.Oliver. Zu 100 Prozent zufrieden mit dem Umsatz könne sie nicht sein. Nach der Eröffnung sei das Center von den Einheimischen nicht besonders gut angenommen worden, viele ihrer Kunden kämen zum Beispiel aus der Calwer Gegend.

Mara Naumann wie auch Sandra Maurer vom gleichnamigen Lederwarengeschäft hoffen, dass mit TK Maxx und dem Media Markt mehr Laufkundschaft kommt. Der Elektronikanbieter werde mit einer Fläche von 1200 Quadratern kleiner sein als in anderen Einkaufszentren, sagt Klemens. Dennoch wolle er das gesamte Sortiment bereithalten. „Wenn ein Center an den Start geht, dauert es erst ein Weile, bis die Nachfrage anzieht“, weiß Sandra Maurer. Sie hatte ebenfalls einen höheren Umsatz erwartet. Auch im Breuningerland in Sindelfingen ist der Lederwarenhändler vertreten. „In den Mercaden halten wir preiswertere Waren bereit, für den schmaleren Geldbeutel“, sagt die Chefin. In den Mercaden gebe es andere Kunden.

22 000 Besucher im Durchschnitt am Tag

Der Mercaden-Manager Klemens dagegen sieht das Nachfrageproblem ziemlich gelassen. Er spricht von einem Zeitraum von drei Jahren, „bis sich eine Kontinuität bei den Kunden einstellt“. Insgesamt sei der Zuspruch aber bereits gut, meint Klemens. Täglich würden durchschnittlich 22 000 Menschen in die Mercaden strömen, anfangs seien es 2000 weniger gewesen. „Und dass über die Umsätze schon mal gejammert wird, das gibt es doch überall“, fügt Jochen Klemens hinzu.

Der Investor Herbert Krämer, der mit dem Center vor 18 Monaten an den Start ging, hatte im Schnitt mit bis zu 30 000 Besuchern am Tag gerechnet. Mit dem Lebensmittelmarkt Edeka, der über 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügt, sowie dem Drogeriemarkt Müller, hoffte Krämer, zugkräftige Ankermieter zu haben.

Drei Mieter sind abgesprungen

Bisher sind drei Mieter wieder ausgezogen. Darunter seien ein Bistro und ein Süßwarenladen gewesen, bilanziert Klemens. „Wenn das Konzept nicht stimmt, kann ein Geschäft auch mal fehlschlagen“, begründet er die Schließungen. Auch die Modefirma Madonna machte dicht. Der Düsseldorfer Topaz Textilhandel, zu dem Madonna gehört, ging in die Insolvenz.

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