Dieter Nagel - Wolfgang List - Angelika Kuch - Anita Schmidt - Heidrun Heinkele - Joachim Epacher - Daniel Pesut Foto: Martin Erdemann

Was die Theatergruppe des Liederkranzes Dagersheim am Wochenende des 18. und 19. April 2026 nach nur drei Monaten Probenzeit zwei Mal auf die Bühne der fast ausverkauften Dagersheimer Festhalle gebracht hatte, konnte sich wirklich sehen lassen: Die gekonnt gespielte und um lokale Bezüge ergänzte schwäbische Kriminalkomödie „A eiskalta Bescherung“ von Jasmin Leuthe strapazierte die Lachmuskeln des Publikums und erzeugte oft kräftigen Szenenapplaus.

Es ist Heiligabend, im Bühnenwohnzimmer des Ehepaars Loni (Anita Schmidt) und Anton (Wolfgang List) steht der geschmückte Christbaum, und auch die Tische im Zuschauerraum sind mit Tannenzweigen und Teelichtern weihnachtlich dekoriert. Festliche Stimmung könnte sich entfalten, würde nicht Opa Karl (Dieter Nagel) mit seinem T-Shirtaufdruck „Frohe Arschnachten, ihr Weinlöcher“ und der dazu passenden Laune alles verderben. Er zahlt nicht nur nichts für Kost und Logis, sondern verkündet auch noch lautstark, dass er seine Lebensversicherung nicht zugunsten seiner Söhne, sondern der Eisenbahnfreunde Dagersheim abgeschlossen hat. Dann stirbt er plötzlich an einem stecken gebliebenen Stück Brot.

 

Die Trauer hält sich in Grenzen, doch wie sichert man sich die Viertelmillion aus der Lebensversicherung? Um Zeit zu gewinnen, wird kein Arzt gerufen, sondern die Leiche umständehalber an den verschiedensten Stellen geparkt – vom Sofa über das Fenster und die Kartoffelkiste im Keller bis hin zum Rollstuhl von Oma Erna, der Mutter von Loni, in der Garage. Die Leiche im Keller entdeckt Opas zweiter Sohn Freddy (Joachim Epacher), dessen Frau Melitta (Heidrun Heinkele) die Polizei verständigt, was die taffe Sonderermittlerin Loretta Baretta (Sabine Weiss) auf den Plan ruft. Im schwarzen, waffenstarrenden Kampfanzug wirbelt sie ins Wohnzimmer und treibt den Anwesenden den Angstschweiß auf die Stirn.

Für weitere Verwirrung sorgt Creszentia Streusele (Sandra Laier), die sich auf eine Kontaktanzeige von Opa Karl gemeldet hat. Nachdem Versicherungsmakler Willi Böckle (Uwe Ayasse) mit einigen Schnäpsle abgefüllt worden ist, kann ihm Anton in Opas Klamotten erfolgreich als Opa Karl präsentiert werden, der die Lebensversicherung auf seine beiden Söhne umändern will.

Jetzt wäre alles gut, wenn nicht mittlerweile die Leiche samt Rollstuhl verschwunden wäre. Diese hat die vermeintlich oder wirklich demente Oma Erna (herrlich knitz-schusselig: Angelika Kuch) auf eine Busfahrt durch Dagersheim mitgenommen. Da der untröstliche Busfahrer (Kai Steven Maier bzw. Daniel Pesut) glaubt, Opa Karl sei in seinem Bus gestorben, übernimmt die Busgesellschaft die Beerdigungskosten. Ende gut, alles gut!

Nach dem verdienten tosenden Schlussapplaus stellte Regisseur Wolfgang List seine Schauspieler einzeln vor, vergaß dabei aber auch die beiden wichtigen „unsichtbaren“ Mitwirkenden nicht: Souffleuse Elisabeth Müh und Tontechniker Alexander List.

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