Die neue Werkstatt: Hier werden Streufahrzeuge und Kehrmaschinen gewartet. Foto: S. Schlecht

Zwei neue Hallen sind eingeweiht worden. Die alte Fahrzeugwerkstatt muss der Autobahn weichen.

Der lang erwartete Ausbau der A 81 rückt immer näher. Doch die dann breitere Autobahn braucht Platz. Deshalb muss der gemeinsame Bauhof der beiden Städte Böblingen und Sindelfingen, dessen Areal direkt an die Autobahn angrenzt, einen Teil seiner Fläche aufgeben, und zwar ein Drittel des bisherigen Geländes. Die Fahrzeughalle muss dafür abgerissen werden, denn sie steht genau dort, wo dann die Autobahn verlaufen wird.

 

Doch wohin mit der Werkstatt für die 70 Fahrzeuge der Technischen Betriebsdienste, darunter auch sechs Kehrmaschinen? Eine neue Halle auf dem verbleibenden Areal musste gebaut werden. Am Montag ist sie nun eingeweiht worden. Stolz präsentierten die Mitarbeiter des Bauhofs die neue Halle. Auf 500 Quadratmetern gibt es Hebebühnen für Autos und Lastwagen sowie eine Anlage zum Reparieren von Elektrofahrzeugen. Die Halle ist 30 Meter lang, 22 Meter breit und neun Meter hoch. Auf das Dach wurde eine Fotovoltaikanlage mit 120 Kilowatt Leistung montiert.

Lager für Streusalz und Lava

Gleich daneben wurde eine weitere Halle errichtet: als Lager für Streusalz und Lava mit Platz für 1000 Kubikmeter Streugut. Pro Saison verteilen die Mitarbeiter des Bauhofs 1200 Kubikmeter Salz und Lava auf den Straßen, Bürgersteigen und Radwegen in den beiden Städten. „Wir sind sehr stolz auf die neue Lagerhalle“, sagte Josef Ilic, der Leiter des Straßenreinigungsdiensts, der auch für den Winterdienst verantwortlich ist. Er und seine Kollege Kahraman Akcakülü vertraten den erkrankten Bauhofleiter Lars Engelmann.

Die mehr als 100 Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste waren im Vorfeld des Baus in die Planung miteinbezogen werden. „Uns war wichtig, dass sich sinnvolle Arbeitsabläufe ergeben und unnötige Wege vermieden werden“, erklärte die Sindelfinger Baubürgermeisterin Corinna Clemens.

Städte investieren mehr als acht Millionen Euro

Etwas mehr als acht Millionen Euro haben die beiden Städte in den Neubau der beiden Hallen investiert. Fünf Millionen Euro hat die Werkstatt samt Fotovoltaikanlage gekostet. Knapp zwei Jahre dauerte es von der Planung bis zur Fertigstellung und das trotz Schwierigkeiten „bei der Lieferkette von Baustoffen wegen des Ukraine-Kriegs“, wie der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz betonte.

Sein Sindelfinger Kollege Bernd Vöhringer betonte die Wichtigkeit der Bauhofmitarbeiter: „Sauberkeit ist wichtig für die Bürger und das Bild der Stadt. Dafür sind Sie verantwortlich.“ 550 Lastwagen-Ladungen voller Beton sind für die beiden Hallen verbaut worden, 84 Tonnen Stahl sowie 100 Kubikmeter Holz. Fast zwei Jahre wurden unter laufendem Bauhof-Betrieb von der Firma Brodbeck die beiden Hallen hochgezogen.

Schon einiges Streugut lagert in der neune Halle. „Wir sind gut vorbereitet. Der Winter kann kommen“, sagte Josef Ilic.