Der Verein der Palliative-Care-Teams sowie die Beratungsstellen Tamar und Amila erhalten dank einer Spendenaktion des Böblinger Reformhauses Klett insgesamt 2400 Euro.
Der Impuls für das große Engagement von Martina Steinbrenner war ein sehr trauriger Anlass. „Mein Bruder ist vor 15 Jahren an Krebs gestorben“, erzählt die Renningerin, „und in dieser Zeit wurde mir bewusst, wie wenig Palliativversorgung es im Kreis Böblingen gibt.“ Die Betreuung todkranker und sterbender Patienten hat sich seitdem verbessert, auch dank des Vereins der Palliative-Care-Teams im Kreis Böblingen, den Steinbrenner seinerzeit gründete. Insbesondere Patienten im Kindesalter und ihren Familien gilt das Engagement. „Das ist manchmal sehr traurig und aufwühlend“, bekennt die Vereinsvorsitzende, „aber man bekommt viel Dankbarkeit zurück.“
Seit 2016 gibt es fünf Palliative-Care-Teams in Baden-Württemberg, die aus Ärzten und Pflegekräften bestehen. Allein im Raum Stuttgart-Tübingen werden rund 240 Kinder pro Jahr betreut, medizinisch wie psychologisch. „Gleichzeitig gibt es nur ein Hospiz für Kinder in ganz Baden-Württemberg“, betont Steinbrenner, „ein untragbarer Zustand.“ Ein großer Anteil der Team-Finanzierung läuft über den Verein. „Deshalb sind wir stets auf Spenden angewiesen“, betont Steinbrenner.
Reformhaus-Verbund macht Spendenaktion
Da kommt die Benefizaktion des Reformhauses Klett im Böblinger Einkaufszentrum am Friedrich-List-Platz gerade recht. Vor eineinhalb Jahren hat sich Nowak einem größeren Verbund angeschlossen. Seit Anfang 2024 ist das Reformhaus Klett Mitglied in der Vita-Nova-Gruppe, in der sich 15 Reformhaus-Inhaber mit über 180 Geschäften zusammengetan haben. „In diesem Verbund lässt sich mehr erreichen, als es ein Einzelgeschäft oder eine Filiale allein vermag“, erläutert Nowak.
Von Vita Nova wird jährlich eine Spendentaschenaktion durchgeführt, bei der Nowak nun zum zweiten Mal teilnahm. Dabei geben Partnerfirmen allerlei Waren kostenfrei ab, mit denen Aktionstaschen gefüllt werden. Die Kunden müssen nur einen Bruchteil des Warenwerts bezahlen, der Erlös kommt sozialen Einrichtungen zugute. Alle Vita-Nova-Mitglieder geben zehn Prozent des Erlöses an das deutschlandweite Projekt „Waldlebensräume“, die anderen 90 Prozent können vor Ort gespendet werden.
In Böblingen kamen – etwas aufgestockt durch Max Nowak selbst – diesmal 2400 Euro zusammen. „Beim ersten Mal waren es 4000 Euro“, merkt Max Nowak an, „in diesem Jahr lief es etwas mühsamer.“ Zum einen seien die Hersteller nicht so großzügig gewesen wie noch 2024, zum anderen sei die Kauf- und Spendenbereitschaft beim Kundenstamm etwas geringer gewesen. Immerhin konnte sich der Reformhaus-Chef auf die Mithilfe seiner Frau Claudia Böhringer-Nowak verlassen, die seit Januar in Rente ist und nun bei Klett etwas mitarbeiten kann.
Gewalt in der digitalen Welt nimmt zu
Neben dem Verein der Palliative-Care-Teams erhielten auch die beiden Böblinger Beratungsstellen Tamar und Amila 1200 Euro Spende aus der Aktion. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ unterstützt hier Betroffene von sexualisierter und häuslicher Gewalt. „Wir haben uns sehr gefreut, dass Max Nowak uns ausgewählt hat“, sagt die Beratungsstellenleiterin Monika Becker, die den Spendenscheck gemeinsam mit Verwaltungschefin Claudia Bross-Zimmermann im Reformhaus entgegennahm, „das Geld hilft uns, aber auch die Aufmerksamkeit, wir sind für jede Werbung dankbar.“ Nach wie vor sei es eine Aufgabe, Betroffene überhaupt zu erreichen. Zum einen würden sich viele schämen, zum anderen sei oft nicht bekannt, dass es die Beratungsangebote überhaupt gibt.
Der Beratungsbedarf sei nach wie vor hoch, erläutert Becker, das neunköpfige Team der beiden Beratungsstellen habe viel zu tun. Gewalterfahrungen in der digitalen Welt seien zunehmend ein Thema, mit dem sich die Experten auseinandersetzen müssen. „Das gab es früher nicht“, so Becker.
Mehr Informationen gibt es unter www.verein-pct.de sowie www.amila-beratung.de und www.thamar.de im Netz.