Einladung zum Vortrag am 23.02.2026 Foto: keb Kreis Böblingen

Maria Magdalena gilt als Sünderin, Büßerin oder Vertraute Jesu, doch vieles davon beruht auf jahrhundertelangen Missverständnissen. Wer war Maria Magdalena wirklich? Ein Blick in die biblischen Quellen und die Geschichte zeigt eine faszinierende Frau, deren Bedeutung lange unterschätzt wurde. Der Vortrag der Theologin Margot Maier lädt am Montag, 23. Februar um 18 Uhr dazu ein, Maria Magdalena neu kennenzulernen.

Kaum eine Frauengestalt des Neuen Testaments ist so bekannt, und zugleich so missverstanden, wie Maria Magdalena. Über Jahrhunderte wurde ihr ein Ruf zugeschrieben, den die biblischen Texte selbst gar nicht hergeben. Wer genauer hinsieht, entdeckt eine starke, eigenständige Frau, die zu den engsten Wegbegleiterinnen Jesu gehörte.

 

Maria stammt aus Magdala, einem Ort am See Genezareth. Daher ihr Beiname „Magdalena“. Die Evangelien berichten, dass Jesus sie von schweren inneren Leiden befreite, symbolisch beschrieben als „Austreibung von sieben Dämonen“. Danach gehört sie zu den Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und die Gemeinschaft auch materiell unterstützten. Sie steht damit für eine Gruppe von Frauen, die im Hintergrund oft übersehen werden, für die frühe Jesusbewegung aber unverzichtbar waren.

Auffällig ist ihre Präsenz in den entscheidenden Momenten der Passion: Während viele Jünger fliehen, bleibt Maria Magdalena unter dem Kreuz. Sie ist Zeugin der Grablegung, und sie gehört am Ostermorgen zu den ersten am Grab. Nach dem Johannesevangelium begegnet ihr dort der Auferstandene. Er spricht sie beim Namen an, und sie erkennt ihn. Anschließend wird sie beauftragt, den Jüngern die Botschaft von der Auferstehung zu bringen. Deshalb nennt die kirchliche Tradition sie später „Apostelin der Apostel“.

Doch dieses klare biblische Bild wurde im Lauf der Kirchengeschichte überlagert. Seit dem frühen Mittelalter verschmolz Maria Magdalena mit anderen Frauenfiguren des Evangeliums: mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße salbt, oder mit Maria von Bethanien, der Schwester von Marta und Lazarus. So entstand das Bild der reuigen Prostituierten, eine Vorstellung, die sich in Predigten, Kunst und Frömmigkeit tief einprägte, obwohl sie biblisch nicht haltbar ist.

Erst die neuere Bibelwissenschaft trennt diese Figuren wieder voneinander. Auch kirchlich wird das zunehmend anerkannt: Papst Franziskus hat 2016 den liturgischen Gedenktag Maria Magdalenas aufgewertet und ihre besondere Rolle ausdrücklich hervorgehoben.

Heute wird Maria Magdalena neu entdeckt: nicht als Sünderin, sondern als treue Jüngerin, als eigenständige Frau und als erste Zeugin der Osterbotschaft. Ihre Geschichte zeigt, wie sehr kirchliche Traditionen Bilder formen können, und wie wichtig es ist, zu den Quellen zurückzukehren.

Maria Magdalena steht damit für den Glauben, der auch in Dunkelheit und Zweifel aushält, und für die Hoffnung, dass neues Leben dort beginnt, wo Menschen den Mut haben, neu hinzusehen.

Der Vortrag der Theologin Margot Maier lädt dazu ein, Maria Magdalena neu kennenzulernen: zwischen biblischer Überlieferung, kunstgeschichtlichen Darstellungen und kirchlichen Deutungen. Welche Bilder prägen unser Verständnis bis heute? Und was bedeuten diese Vorstellungen für das Frauenbild in Kirche und Gesellschaft?

Ein Abend für alle, die genauer hinschauen und eine faszinierende Persönlichkeit neu entdecken möchten.

Wann? Montag, 23.02.2026 um 18:00 Uhr
Wo? Dekanatshaus D12, Sindelfinger Str. 12, 71032 Böblingen

Veranstalter ist der keb Katholische Erwachsenenbildung Kreis Böblingen e.V.

Damit wir besser planen können, melden Sie sich bitte an unter https://www.keb-boeblingen.de/veranstaltung/maria-magdalena-ihr-bild-im-spannungsfeld-von-bibel-kunst-und-kirchengeschichte-20260223.html

Sie können aber auch spontan vorbeikommen. Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmende.

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