Die Gelbe Karte ist auch in Leonberg eine Verwarnung für JugendlicheDie Gelbe Karte gilt auch in Leonberg als Verwarnung für Jugendliche. Foto: dpa

Wenn Jugendliche mit Drogen oder alkoholisiert abseits der Straße erwischt werden, droht ihnen der Entzug des Führerscheins. Doch vorher zückt die Polizei erstmal die Gelbe Karte, eine Art Warnschuss. Der scheint zu wirken.

Böblingen/Leonberg - Jugendliche, die übermäßig trinken, Drogen konsumieren oder der Polizei in anderer Weise auffallen, werden mit einer neuen Aktion daran erinnert, dass ihr Verhalten eine Gefahr für ihren Führerschein bedeutet. Im Dezember 2011 ist die sogenannte Gelbe Karte im Landkreis eingeführt worden. Der Untertitel ­lautet: Führerschein in Gefahr. Sie richtet sich an junge Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die wegen ­Drogen- und Alkoholmissbrauch oder ­aufgrund von aggressivem Verhalten auffällig geworden sind.

Das Landratsamt Böblingen beurteilt die ­Vorgehensweise positiv. „Die Rückfallzahlen sind bisher gering. Wer einmal eine ­Gelbe Karte erhalten hat, fällt meist kein zweites Mal negativ auf“, sagt der ­Pressesprecher der Böblinger Behörde, ­Dusan Minic. „Die Aktion ist ein Erfolg und wird von den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis akzeptiert.“

Am häufigsten wurden Gelbe Karten wegen Drogenmissbrauchs verteilt. Diese Karten richten sich an all diejenigen die beim Konsum von Cannabis und anderen Drogen erwischt werden – auch außerhalb des Straßenverkehrs. In diesem Jahr wurden 30 Gelbe Karten bei den unter 18-jährigen Jugendlichen verteilt. Bei den 18 bis 25 Jährigen waren es sogar 44 Karten.

Die Rechtslage hat sich indes allerdings nicht ­verändert. „Solche Delikte konnten schon früher zum Führerscheinentzug führen“, erklärt der Sprecher der Böblinger Polizei, Uwe Vincon. Doch nun werden die Jugendlichen explizit auf die Konsequenzen hingewiesen. „Bei der Droge Cannabis reichen bereits kleine Mengen aus, die sich negativ auf die Reaktionszeit im Straßenverkehr auswirken“, sagt Jörg Litzenburger, der Suchtbeauftragte im Landkreis. „Alkohol am Steuer gibt es leider noch viel zu häufig. Um dieser Entwicklung zu begegnen, arbeiten wir eng mit der Polizei zusammen. Präventive Maßnahmen wie Aufklärung in den Schulen sollen helfen“, sagt Litzenburger weiter.

Im Wiederholungsfall droht nach dem Erhalt der Gelben Karte der Verlust des Führerscheins. „Die Einschränkung der Mobilität wird von den jungen Menschen als wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und auch als Statussymbol gesehen, deren Verlust als schmerzhaft empfunden wird“, begründet Dusan Minic die Motivation der Karte. Wie viele der Karten von der Polizei in Leonberg verteilt wurden, konnte weder das hiesige Revier noch das Landratsamt beantworten.

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