Direkt an der Baustelle der Schönbuchbahn fahren Busse nach Böblingen. Foto: factum/Granville

In einem Krisengespräch wurde vereinbart, mehr Fahrzeuge einzusetzen und neue Linien anzubieten – damit die Schüler wieder pünktlich zum Unterricht kommen.

Böblingen - Noch müssen zahlreiche Schüler auf Busse warten, die sie zum Unterricht bringen. Oder sie müssen längere Fußwege in Kauf nehmen und früher von Zuhause aufbrechen, wenn sie nicht zu spät in die Schule kommen wollen. „Vielfach kommt auch das ,Taxi Mama’ zum Einsatz“, sagt der Bürgermeister Wolfgang Lahl. Immerhin wurden nun bei einem Treffen im Landratsamt Verbesserungen im Schülerverkehr vereinbart. An ihm nahmen die Verantwortlichen im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS), Vertreter der Kreisbehörde sowie der Holzgerlinger Bürgermeister Wilfried Dölker und der Rathauschef von Weil im Schönbuch, Wolfgang Lahl, teil. In diesen beiden Kommunen sind seit dem Fahrplanwechsel massive Verkehrsprobleme aufgetreten. „Mit den Änderungen sind wir wenigstens wieder dort angelangt, wo wir vor dem Fahrplanwechsel waren“, bilanziert Lahl.

Busse fahren von Weil im Schönbuch nach Holzgerlingen

Die Misere hatte damit begonnen, dass drei Busse schlichtweg vergessen worden waren. Sie starteten frühmorgens in Weil im Schönbuch, um die Schüler nach Holzgerlingen zu bringen. „Sie standen im Fahrplan der Bahn, jedoch nicht in dem des VVS“, erklärt Lahl. Offenbar haben die Fahrplanexperten aber die Daten des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zugrunde gelegt – und nicht den Fahrplan der Bahn herangezogen, in dem die drei Regio-Busse der DB Regio bisher angeboten worden waren.

Für den Zeitraum der Bauarbeiten an der Schönbuchbahn, die voraussichtlich im Herbst beendet sein werden, soll nun dafür gesorgt werden, dass ein so genannter Schienenersatzverkehr die Schüler in Weil im Schönbuch abholt und sie bis zu den Schulen in Holzgerlingen bringt. Die Vertreter des Kreises sowie des VVS legten aber auch dar, dass es nach Abschluss der Bauarbeiten keine zusätzlichen Busverbindungen mehr geben wird. Wenn die Schönbuchbahn wieder fahre, sei das nicht gerechtfertigt.

Fahrplanänderung bis spätestens nach den Faschingsferien

Nach Angaben von Landrat Roland Bernhard haben alle Beteiligten vereinbart, dass der Zweckverband Schönbuchbahn während des Interimbetriebs die Kosten für die Busse übernimmt. In welcher Höhe, das müsse mit dem Busunternehmen noch ausgehandelt werden. Ebenso unklar ist noch, ab wann die Zusatzbusse fahren werden. „So bald wie möglich“, sagt der Pressesprecher im Landratsamt, Dusan Minic.

Viel Ärger hatten auch die unpünktlichen Busse und die Kapazitätsprobleme der Firma Friedrich Müller Omnibus (FMO) ausgelöst. Sie sollten die Kinder und Jugendlichen aus den Weilemer Teilorten Breitenstein und Neuweiler zur Grundschule und in die Gemeinschaftsschule im Ortskern chauffieren. Viele kommen oft unpünktlich zum Unterricht. Auch das soll sich nun dank eines verbesserten Fahrplans ändern. Dies müsse jedoch erst noch mit der Firma FMO abgesprochen werden. „Spätestens bis nach den Faschingsferien“, teilt Minic mit. Freilich sei es gar nicht so einfach das Problem zu lösen, räumt Minic ein: „Im dicht getakteten Schülerverkehr ist es schwierig, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.“

Auch Buslinien sollen geändert werden, damit die Busse „kritische Minuten“ einsparen, führen die Verkehrsplaner im Landratsamt weiter aus. Das betrifft die Route der Firma FMO zwischen Weil im Schönbuch, Schönaich und Böblingen.

Firma wirbt mit Pünktlichkeit

Busunternehmen:
Die Friedrich Müller Omnibus (FMO) hat nach eigenen Angaben zum Fahrplanwechsel im Dezember ihre Tätigkeiten um die Landkreise Böblingen, Rastatt und Tübingen erweitert und 22 neue Linien übernommen. Auf der Firmenhomepage ist zu lesen: „Die FMO ist seit 1928 Ihr zuverlässiger Partner für Mobilität. Mit 40 modernen Omnibussen und 98 weiteren Fahrzeugen unserer lokalen Partner betreiben wir heute ein Liniennetz von 36 eigenen und 19 Auftragslinien . Wir sorgen täglich dafür, dass Schulkinder sicher und pünktlich ankommen, Arbeitnehmer entspannt zu ihrem Arbeitsplatz gelangen und alle Fahrgäste umweltfreundlich ihr Ziel erreichen.“

Buslinien
: Entsprechend einer neuen EU-Bestimmung müssen die rund hundert Buslinien im Kreis europaweit ausgeschrieben werden. Die Kreisverwaltung hat damit begonnen und der FMO für zwei Linienbündel den Zuschlag erteilt. Die Vergabe wird mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart abgesprochen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: