Ein Foto von der Waldkalkung im vergangenen Jahr bei Kirchenkirnberg Foto: Stoppel

Das Forstamt bekämpft seit Anfang des Monats die Übersäuerung der Böden in heimischen Wäldern. Wir erklären warum und was man beachten sollte.

Rems-Murr-Kreis - Für die einen ist es ein optisches Spektakel, für andere ein Ärgernis – für den Wald könnte es (über)lebenswichtig sein: Seit wenigen Tagen sind im Rems-Murr-Kreis wieder Bodenschutzkalkungen im Gange

Zur Verbesserung der Böden werden Gemische aus Dolomitgesteinsmehl, Holzasche und Wasser verstreut. Diese werden entweder mit einem Hubschrauber ausgebracht oder mithilfe von speziell ausgerüsteten Fahrzeugen buchstäblich in den Wald geblasen. Letztere Methode ist die bevorzugte, der Hubschrauber wird dort eingesetzt, wo die Spezialfahrzeuge nicht hinkommen. Der Kalk wird bei dieser Methode in Wolken aus einem Kübel abgelassen, der an langen Stahlseilen an dem Helikopter befestigt ist.

Wo ist mit Kalkungen zu rechnen?

Laut Angaben des Landratsamts werden in diesem Jahr Waldgebiete im Norden des Rems-Murr-Kreises auf Teilflächen der Gemeinde Sulzbach und dem Oberen Murrtal bis Murrhardt behandelt. Im Süden ist der Bereich um Rudersberg und Winnenden vorgesehen, im Westen ein Gebiet bei Kirchberg. Je nach Wetterlage werde die Bodenschutzkalkung mindestens sechs Wochen in Anspruch nehmen, lautet die Auskunft der Behörde.

Warum wird das gemacht?

Das Ziel der Aktion, die jetzt im fünften Jahr in Folge im Rems-Murr-Kreis durchgeführt wird, sei, der Versauerung des Waldbodens entgegenzuwirken und diesen wieder in eine Art Urzustand zu versetzen, sagt Jürgen Baumann von der Unteren Forstbehörde des Landratsamts. Die Hauptursache für die Schädigung des Ökosystems Wald waren und sind Niederschläge von Säuren und Stickstoff. Vor allem in den 1980er-Jahren ist eine enorme Menge des sogenannten sauren Regens verzeichnet worden. Der Kalk soll die Säure im Boden neutralisieren, den pH-Wert stabilisieren und so die natürliche Regeneration der Böden unterstützen. Das ist unter anderem wichtig, weil Wälder als natürliche Filter für sauberes Wasser wirken. Rund 70 Prozent des Trinkwassers versickert laut dem Landratsamt in den lokalen Wäldern.

Was ist zu beachten?

Eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen durch das Kalkmaterial besteht laut dem Landratsamt nicht. In den berührten Waldgebieten könne es während der Arbeiten allerdings zu Wegesperrungen kommen. Waldbesucher werden gebeten, diese Hinweise zu beachten. Bei extremer Trockenheit sei zudem mit einer starken Staubentwicklung zu rechnen.

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