Bis März 2026 dauern noch die Erdarbeiten beim Leinfelder Bahnhof an. Dort wird belasteter Boden entfernt. Erst danach gibt es den Fußgängerweg und die Parkplätze wieder.
Die Bewohner der Leinfeldener Bahnhofstraße zwischen Hotel und Filderhalle haben es zum Teil gut getroffen: Ihr Erdgeschoss ist ausgestattet mit einem Arkadengang, in den heißen Wochen und Monaten ist das ein echtes Plus. Doch das Plus mutiert jetzt zum Nachteil, und das nicht nur wegen der kalten Jahreszeit. Der Grund: Gegenüber der Straße ist eine Baustelle, auf der es ziemlich laut und schmutzig zugeht. Deshalb wurde vor die Arkaden Plastikplanen gehängt, die den groben Schmutz fernhalten sollen.
Auf der Baustelle der Deutschen Bundesbahn (DB) müssen Schadstoffe im Boden beseitigt werden. Deshalb ist auch der Fußweg entlang der Bahngleise gesperrt – und es gibt dort auch keine Parkplätze. Das Gelände war einmal Teil des Güterbahnhofs und bis Anfang der 1980er Jahre wurde dort ziemlich leichtfertig mit chlorierten Kohlenwasserstoffen umgegangen.
„Durch die unsachgemäße Handhabung mehrerer Firmen, die von 1945 bis 1983 an diesem Standort Lösemittel recycelt haben, sind Lösemittel in den Untergrund gelangt“, informiert die Bahn die Bewohner. Die DB habe den Schaden nicht verursacht, müsse ihn als ehemalige Grundstückseigentümerin aber beheben, so der Hinweis.
Arbeiten bis März 2026 sind im Zeitplan
Seit dem Sommer 2024 sind Anwohner den Auswirkungen der Baustelle ausgesetzt. Ein Bahnsprecher stellt jetzt das Ende der Arbeiten in Aussicht. Man liege im Zeitplan. „Die Arbeiten mit dem Großlochbohrgerät können voraussichtlich bis Anfang März 2026 abgeschlossen werden.“ Im Anschluss finden bis spätestens Ende Mai 2026 Restarbeiten sowie der Rückbau der Baustraße, die Wiederherstellung des Fuß- und Radwegs sowie die Räumung der Baustelle statt, heißt es seitens der Bahn.
Was die Automobilisten freuen wird: Auch die Parkplätze werden wieder eingerichtet. Zwar ist die Tiefgarage der Filderhalle nicht weit entfernt, aber längst nicht jeder fühlt sich wohl in einer Tiefgarage. Und da die umfassende Sanierung der Filderhalle im kommenden Jahr ansteht, wird auch die Tiefgarage zeitweise wohl ganz oder zumindest teilweise gesperrt sein. Alternativen sind also notwendig. „Mit der Stadt Leinfelden-Echterdingen ist die Wiederherstellung des Fuß- und Radwegs sowie der Parkplatzflächen vereinbart. Nach Abschluss der Sanierungsbaustelle werden die wiederhergestellten Wege und Flächen von der Deutschen Bahn übergeben“, so der Bahnsprecher.
Fußweg und Parkplätze kommen wieder
Rückblende: Am Anfang stand ein Pilotprojekt, in dem mittels Injektion von Chemikalien die Schadstoffe im Boden unschädlich gemacht wurden. Danach wurden die oberen Bodenschichten der Grünfläche und des Rands zur Bahnhofstraße mittels Baggeraushub und Großlochbohrungen abgetragen und ausgetauscht. Um die verseuchte Erde abzutransportieren, waren pro Arbeitstag fünf bis zehn Lastwagenfahrten notwendig.
„Nach der Sanierung sind keine Untersuchungen der Raumluftsituation in den Kellern der angrenzenden Wohngebäude mehr erforderlich“, verspricht der Bahnsprecher. Die Sanierung hätte eigentlich schon früher stattfinden sollen, doch die schwierigen Bodenverhältnisse und der Umstand, dass sich der Schaden unerwartet gegen die Grundwasserfließrichtung in Richtung Bahnhofstraße ausbreitete, hatten die Arbeiten verzögert.