Unzählige Häuser in Staufen weisen Risse auf. Die Stadtverwaltung ist machtlos. Foto: dpa

Die Altstadt von Staufen bleibt in Bewegung und bringt die Hausbesitzer in Probleme.

Staufen - Die Altstadt von Staufen bleibt in Bewegung und bringt die Hausbesitzer in Probleme. In den vergangenen vier Wochen sind in zahlreichen Gebäuden neue Risse und Schäden aufgetreten, teilte die Stadt im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald am Donnerstag mit.

Diese seien derart gravierend, dass die Maßnahmen zum Abstützen der Häuser erweitern werden mussten. Die Zahl der beschädigten Gebäude sei mit 268 aber gleichgeblieben, sagte Bürgermeister Michael Benitz (parteilos).

Geothermiebohrungen sind die Ursache

Der Boden unter der denkmalgeschützten Altstadt ist nach umstrittenen Geothermiebohrungen im Sommer 2007 in Unruhe geraten. Durch die Sonden gelangte Grundwasser in Erdschichten, die sich mit Wasser in Gips verwandelten. Dadurch habe sich in der Nähe des Bohrlochs die Erde in den vergangenen drei Jahren um mehr als 30 Zentimeter angehoben, sagte Benitz.

Ein Ende sei nicht in Sicht. Daher müsse mit weiteren Schäden gerechnet werden. Um die Gebäude und das Gasnetz zu sichern, seien weiterhin Arbeiten in größerem Umfang nötig.

Mitte Mai hatte die Stadt angekündigt, gegen das verantwortliche Planungsbüro und die Bohrfirma zu klagen. Dabei geht es um die Frage, wer für den Schaden von mindestens 50 Millionen Euro aufkommt.

Um betroffene Hausbesitzer zu unterstützen, sammelt die Stadt sowie eine neu eingerichtete Stiftung Spenden. Zudem wurde eine Schlichtungsstelle eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können.

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