Die Bodelschwinghschule entspricht nun modernsten Anforderungen. Foto: Horst Rudel

Nach zweieinhalb Jahren Umbauzeit wurde die Bodelschwinghschule in Nürtingen wiedereröffnet. Der Kreis Esslingen hat 22,3 Millionen Euro investiert. Und damit ist noch längst nicht Schluss.

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat in Nürtingen eine der modernsten Bildungseinrichtungen im Landkreis Esslingen ihren Betrieb aufgenommen. Die Bodelschwinghschule sei kaum wiederzuerkennen, sagte Landrat Heinz Eininger bei der Feierstunde zur Wiedereröffnung nach fast zweieinhalbjähriger Umbauzeit. Der Landkreis habe hier mehr als 22,3 Millionen Euro „in die Zukunft investiert“, das Land steuerte 7,2 Millionen Euro zum Projekt bei.

 

Endlich genügend Platz

Hinter der roten Backsteinfassade stehen den mehr als 180 Kindern und Jugendlichen, die derzeit die Schule mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung sowie die dazugehörigen Schulkindergärten besuchen, insgesamt 21 Klassenzimmer und 13 Gruppenräume sowie mehrere Werkstätten, Lehrküchen und Bereiche für textiles Arbeiten zur Verfügung. „Wir haben endlich genügend Platz“, freut sich Schulleiter Stefan Track darüber, dass die Zeit im beengten Interimsquartier vorbei ist – der Unterricht fand in Containern statt. Die Schüler würden sich in dem Neubau schon sehr wohl fühlen. Kein Wunder, finden sie hier doch, wie Oberbürgermeister Johannes Fridrich feststellte, „ein perfektes Lernumfeld“ vor.

Das war im Vorgängerbau ganz anders. Der 40 Jahre alte Gebäudekomplex des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums am Bodelschwinghweg wurde deshalb seit Mai 2021 von Grund auf modernisiert und erweitert. Der Gebäudeteil der Schulkindergärten wurde dabei komplett neu errichtet, hier ist nun Platz für insgesamt sechs Kitagruppen – auch der Regenbogenkindergarten aus Köngen kommt im Neubau unter. Ein Bewegungsraum und das Therapiebad, das im Sommer nächsten Jahres für weitere 2,1 Millionen Euro grundlegend saniert werden soll, bieten Möglichkeiten zum körperlichen Ausgleich.

Das Konzept kommt an

Der Umbau erfolgte nach den Plänen des Esslinger Architektenbüros Fritzen 28. Es sei ein herausforderndes Projekt gewesen, räumte Katrin Kussina ein. An der Umsetzung waren insgesamt 42 Fachfirmen beteiligt, um die einzelnen Gebäude vom Boden bis zur Decke energetisch zu erneuern, durchgehend Barrierefreiheit zu schaffen sowie Haustechnik und Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. Das Ergebnis spreche für sich, lobte Schulleiter Track das Konzept. Vor allem die Lerninseln – kleine Rückzugskojen mit Sitzbänken und Tischen – sowie die Kletter- und Chillhöhlen auf den Fluren würden sehr gut ankommen. Die gedeckten Farben und Naturmaterialien strahlten Ruhe und Gemütlichkeit aus. Bei schönem Wetter laden die neu gestalteten Außenflächen zum Verweilen ein.

„Hier ist ein Ort zum Lernen und Leben entstanden, der den Schülerinnen und Schülern die besten Voraussetzungen für eine gute Betreuung und Bildung bietet“, betonte der Landrat. Dies sei „speziell für Kinder mit besonderem Förderbedarf der wichtigste Baustein, um an der Gesellschaft und später auch am Arbeitsleben teilhaben zu können“. Die Förderschulen würden Raum und Möglichkeiten schaffen, auf sehr individuelle Bedarfe der Kinder einzugehen. „Nirgendwo sonst erhalten die Familien und Kinder durch gezielte Angebote solch eine Unterstützung“, hob Eininger hervor.

Dem Landkreis seien die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) ein großes Anliegen, sagte der Kreischef. 2007 wurde die Verbundschule Dettingen neu eröffnet, bis 2021 das Rohräckerschulzentrum in Esslingen abschnittsweise saniert – und nun die Bodelschwinghschule fit gemacht. Alles in allem flossen nach Angaben des Landrats gut 100 Millionen Euro in die Modernisierung der SBBZ. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, so viel Geld zu investieren, so Eininger. „Das bestätigen die steigenden Schülerzahlen.“